Kulsturzeitschrift Schleswig-Holstein BBK-SH

BBK-SH: “Mehr Solidarität zum gemeinsamen Handeln”. Schleswig-Holsteins Künstler sitzen nicht im Elfenbeinturm

BBK – als erste Auflösung dieses Kürzels bietet die Suchmaschine an: „Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe“. Das passt nun gar nicht. Erst die zweite Version führt auf die richtige Spur: „Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler“. Berufsständische Organisationen stehen für gewöhnlich allenfalls mit ihren (standes-)politischen Forderungen zeitweise im Blickpunkt des öffentlichen Interesses, nicht mit Aktionen, die sich eher nicht an die Mitglieder, sondern an die breite Öffentlichkeit richten. Bei Künstlerinnen und Künstlern – zumal bildenden – ist das anders.

 

Den BBK Schleswig-Holstein als Verein dürften nicht viele Befragte kennen, aber seine Ausstellungen und Veranstaltungen finden durchaus große Aufmerksamkeit: die jährliche Landesschau, die kleineren Ausstellungen in seinem ‚Stammhaus‘, dem Brunswiker Pavillon, die „Schau der 1000 Bilder“ alle zwei Jahre in der Sparkassenarena.

 

Die Aufgabe des BBK: Bündelung der Künstlerinteressen Der schleswig-holsteinische Landesverband des BBK hat über 400 Mitglieder, die professionell auf allen Feldern der bildenden Kunst arbeiten: in der Malerei, der Grafik, der Bildhauerei, der Fotografie, der Performance, der Keramik, der Concept-Art, der kinetischen und Objektkunst. Konstituiert hat er sich 1954 als „Arbeitsausschuss Bildender Künstler Schleswig-Holsteins“ – „in dem Bestreben, die Streitigkeiten unter den Künstlern und die Rivalitäten zwischen den Verbänden zu überwinden sowie in der Absicht, eine für alle bildenden Künstler des Landes verbindliche Vertretung zu schaffen“.

 

Die sind zwar ‚von Natur aus‘ eher Einzelkämpfer – jede und jeder versucht, ihre und seine Ausdrucksform zu finden und vertritt eine bestimmte Sicht auf die Welt und die eigene Rolle darin. Aber es gibt auch allen gemeinsame Interessen und deren Beförderung setzt Bündelung und geschlossene Außenvertretung voraus. „Mehr Solidarität zum gemeinsamen Handeln“ war daher auch das Motto der ersten Delegiertenversammlung des BBK-Bundesverbands 1973 in Bonn.

 

Im Vorwort zum Katalog der 40. Landessschau in der Stadtgalerie Kiel 1993 betont Valentin Rothmaler, der damalige Sprecher, der schleswig-holsteinische Landesverband verstehe sich durchaus nicht nur als Berufsverband; er stelle keine reine Standesorganisation dar – schließlich kennt der BBK keine Zwangsmitgliedschaft – , sondern agiere auch im Interesse von Nichtmitgliedern, wenn er sich für die Verbesserung der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen professioneller künstlerischer Arbeit einsetze …

Rolf-Peter Carl verfolgt die bewegte Geschichte des Bundesverbandes Bildender Künstler Schleswig-Holstein (BBK-SH)

 

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