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Martin Lätzels Ana[B]log: Ein Gespenst geht um in Europa …

In Europa geht ein Gespenst um: Das Gespenst heißt Nationalismus. Es ist ein altes Gespenst, erscheint jetzt aber in neuem Gewande. Wir hatten gehofft, dass wir das allzu verengte nationale Denken überwunden haben. Doch all überall feiern die selbstreferentiellen Parolen fröhliche Urstände: „Zuerst kommt unser Land – und dann der Rest, in der Hoffnung, dass wir dadurch ökonomische Vorteile erlangen.“
Die Idee Europas wird langsam aber sicher pervertiert. Die Gründermütter und -väter haben die europäische Einigung noch als ein Friedens- und Werteprojekt gesehen. Doch leider beobachten wir zwei erschreckende Tendenzen. Erstens: Die Europäische Union wird zu einem reinen Wirtschaftsprojekt. Zweitens geht es den Mitgliedsländern primär um die eigenen nationalen Interessen. Das Aufkommen von Parteien wie der AfD – und ihre Wahlergebnisse – sind ein deutliches Zeichen.
Viele Menschen in unserem Land scheinen sich von einer immer komplexer werdenden Welt überfordert zu fühlen. Das Flüchtlingsdrama, an dem wir – nicht alleine, sondern in langer Sicht zumindest teilweise – mitschuldig sind, hat ein Übriges dazu beigetragen. Angst vor Überfremdung und Identitätsverlust führen dazu, sich an Tradiertes zu klammern und den Schwenk zurück drehen zu wollen. So hat Europa keine Zukunft! Und, man muss es laut sagen, auch unser Land nicht.

 

An dieser Stelle analysiert, kommentiert, moderiert und pointiert Autor und Publizist Martin Lätzel kulturelles Geschehen im Lande, schreibt auf und nieder, was ihm so in den Sinn
kommt oder über den Weg läuft.

 

Sein Them dieses Mal: Das Gespenst des Nationalismus in Europa

 

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