Kulturzeitschrift Schleswig-Holstein Welf-Gerrit Otto Eider

Mit dem Kajak unterwegs auf der Oberen Eider

Sanft wellt die Wasserfläche, als der beladene Kahn hörbar eintaucht. Ein paar schräge Vögel, verborgen im Ufergeröhre, schrecken auf und fliehen mit schrillem Schrei in den bleiernen schleswig-holsteinischen Himmel. Bedächtig zwängt die junge Eider sich durch den kleinen Ort Bissee am Bothkamper See. Hier, unweit seines Quellgebietes, ist das geschichtsträchtige Gewässer nur knapp einen Meter breit – nicht zu vergleichen mit dem imposanten Strom, der rund hundert Kilometer flussabwärts nach unzähligen Mäandern und Zuflüssen nahe der kleinen nordfriesischen Stadt Tönning in die Nordsee mündet.

An diesem kalten Frühlingstag werde ich die Obere Eider mit dem Kajak erkunden. Sorgen bereiten mir dabei weniger heimtückische Sümpfe und kriegerische  Eingeborene (zu Unrecht, wie sich noch herausstellen wird) – die einstmals wilde Landschaft zwischen Kiel und Neumünster ist mittlerweile doch recht gezähmt, kleinteilig und überschaubar geworden. Zu denken gibt mir vielmehr das norddeutsche Klima im Allgemeinen sowie im Besonderen die für den Monat April typische unbeständige und nasskalte Wetterlage hierzulande.
Auch heute ist es ziemlich kalt und windig. Ohne Handschuhe und angemessene Bekleidung jedenfalls wäre ich fraglos aufgeschmissen …

 

Welf-Gerrit Otto berichtet von seiner Eider-Erkundung

 

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