Tschüss und Hallo im Husumer Speicher

Noren Fritsch geht, Enzo Giovanni Panozzo kommt. Die Ehrenamtlichen bleiben. Am Husumer Hafen traf ich Noren Fritsch, um mit ihr über den Speicher zu sprechen und über die Entscheidung, nach sieben Jahren geschäftsführender Tätigkeit „Tschüss“ zu sagen.

 

„Dieses Haus ist es, das mich hierhergelockt hat. Es nennt sich soziokulturelles Zentrum und das ist für mich von ganz großer Bedeutung: ich möchte hier eine Kulturarbeit machen, die sich einmischt, die zu gesellschaftlicher Auseinandersetzung einlädt, ich möchte ein kritisches, unabhängiges, vielfältiges und künstlerisch anspruchsvolles Programm. […] Ich bin davon überzeugt, dass Kunst konkrete Auswirkungen hat und Einfluss nehmen kann. Die Kulturarbeit, für die ich stehe, löst Kommunikation aus, schafft Toleranz für unterschiedliche Kulturen und Lebensstile, lässt uns lachen und fröhlich sein.“

 

Mit diesen Worten übernahm Noren 2009 die Geschäftsführung des Husumer Speichers. In den vergangenen Jahren hat sie gezeigt, dass dies keineswegs leere Worthülsen waren. Um diese spartenübergreifende, basisdemokratische Kulturarbeit in die Tat umzusetzen, baute Noren mit ihrer Tochter Mascha die Zelte in Berlin ab und in Nordfriesland wieder auf. „Als ich den Raum zum ersten Mal sah, dachte ich: den kriegt man doch immer voll!“, erinnert sich Noren. „Die Realität hat mich eines Besseren belehrt. Wir haben ein Stammpublikum. Das aber macht den Speicher nicht voll. Unser Publikum ist ganz unterschiedlich, bunt durchmischt von jung bis alt, mit Schlips und Kragen oder Iro.“

 

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Illustration: Arne Auinger
Text: Birthe Dierks