Ein bemerkenswertes Dokument der Straßenbaugeschichte Schleswig-Holsteins: Das „ Inventarium der im Jahre 1833 vollendeten Chaussee von Altona nach Kiel“

In einem umfassenden Großprojekt erforscht der Schleswig-Holsteinische Heimatbund die Geschichte der 1833 vollendeten Chaussee Altona-Kiel. Diese ist nicht nur wichtige Verkehrsachse durchs Land. Sie ist auch eine Art “Grünes Band” durch Schleswig-Holstein und in der Vergangenheit Schauplatz von relevanten historischen Ereignissen gewesen. Das “Inventarium” der Chaussee ist darüber hinaus bemerkenswertes Dokument der Straßenbaugeschichte in Schleswig-Holsteins.


 

Das „Inventarium der im Jahre 1833 vollendeten Chaussee von Altona nach Kiel“ – ein bemerkenswertes Dokument der Straßenbaugeschichte Schleswig-Holsteins

Im Abschlussbericht der Holsteinischen Chausseebau-Direction an die Schleswig-Holstein-Lauenburgische Kanzlei vom 26. Oktober 1833 über die Vollendung des Chausseebaus schreibt Oberlandwegeinspektor Emil Georg von Warnstedt (1785-1836), dass noch ein Inventar über die ganze Anlage sowie eine General-Carte der Chaussee-Linie auszuarbeiten sei, wofür die Bauconducteure „diesen Winter und einen Teil des Frühlings brauchen müßen“. Von Warnstedt war vom dänischen König Frederik VI. mit dem Bau der ersten Kunststraße Schleswig-Holsteins vom Elbe/Nordseehafen Altona zum Ostseehafen Kiel beauftragt worden.

Im Jahre 1834 wurde das vierbändige Werk fertiggestellt. Die vier in braun-olivem Leinen gebundenen Bände (Papierformat 24cm x 38cm) mit marmoriertem Vorsatzpapier und Titeletiketten mit goldgeprägter Schrift auf rotem Leder werden heute im Landesarchiv in Schleswig verwahrt. Es ist ein handschriftlich, vorwiegend auf vorgedruckten Tabellen erstelltes Werk, in dem die neu gebaute Chaussee mit allen dazugehörigen Einrichtungen wie Brücken, Entwässerungseinrichtungen, Chausseehäuser, Geländern, Meilensteinen, Bepflanzungen, Schildern, und verwendeten Gerätschaften detailliert in Tabellen, Texten und Karten dargestellt werden.

Der erste Band beginnt mit einem schön gestalteten Titelblatt, das ein ovales Bild einer idealisierten Karte der Chaussee von Altona bis Kiel mit den wichtigsten Orten an der Strecke und zart in blau angelegten Flüssen und Seen enthält. Der Band enthält in Tabellenform das Grundbuch der Chaussee sowie das „Protokoll über die Rechte und Servitute derg.“, das heißt die Rechte und Plichten der Anlieger wie Wegerechte usw. Alle Tabellen sind nach Wärterdistrikten von Altona nach Kiel geordnet. Der Band enthält auch eine Lithograie vom Obelisken am Rondeel in Kiel, dem Beginn der Chaussee, damals noch in unbebautem Geländen vor der Stadt.

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Dieser Aufsatz ist mit kleinen Änderungen entnommen aus: Burkhard von Hennigs/ Heinrich Kautzky: „Die Chaussee Altona-Kiel. Die erste Kunststraße in Schleswig-Holstein.“, Hrsg. Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, Verlag Ludwig, Kiel 2015.