Lena Kaapke: Die Kunst der Keramik und die Wissenschaft

Teller übersäen den Boden. Teller soweit das Auge reicht. Teller aus feiner, eierschalenfarbener Keramik. Der ganze Boden ist eingedeckt, als wäre es eine Einladung zu einer groß angelegten Mahlzeit im Freien. Doch ist es wirklich ein Picknick, zum dem die Künstlerin Lena Kaapke im Ausstellungsraum einlädt? Sind die scheinbar beliebig platzierten Teller ihrer Arbeit „Die Kunde von draussen, Erzählung einer Metamorphose“ wirklich als Geschirr gedacht? Geht es hier ums Essen? Wenn dem so ist, fehlen jedoch die Zutaten für eine Mahlzeit. Die Teller sind leer – scheinbar jedenfalls. Denn eigentlich befinden sich beim genaueren Hinsehen verschiedene Farbtöne und botanische Pflanzennamen auf den Keramiktellern. Farbtöne, die der Natur entspringen.

Am 24. November besuchen wir Lena Kaapke in ihrem Atelier. Seien Sie dabei!

Die Absolventin der Kieler Muthesius-Kunsthochschule und Trägerin des Kunstpreises des Landes Schleswig-Holstein macht es dem Betrachter nicht gerade einfach. Wirft Fragen auf, deren zunächst naheliegenden Antworten jedoch auf die falsche Fährte führen. Die falsche Forscherfährte. Denn Lena Kaapke, die das Material „Keramik“ zu ihrem ästhetischen Liebling erklärt hat, sieht sich selbst nicht als Keramikerin. „Ich bin eigentlich eine ästhetisch arbeitende Wissenschaftlerin und forsche mit meinen Arbeiten an soziokulturellen Themen.“ Die Liebe zur Keramik ist dabei eher ein Produkt des Zufalls. „Ich mag das Material einfach sehr gerne.“ Deswegen stehen Installationen aus diesem geschichtsträchtigen Material, das schon im Paläolithikum, der Altsteinzeit, zur Herstellung von Kunstgegenständen genutzt wurde, im Fokus von Kaapkes künstlerischer Arbeit.

 

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Julia Lucas