Mittwoch, 21. Februar 2024

Diese Veranstaltung findet öfter statt

2023Fr01dez19:303. Sinfoniekonzertlust_vollRubrikMusikVeranstaltungsart(einmalige) Veranstaltung

Details

Friedrich Wilhelm Kücken (1810–1882)
„Mondschein auf dem Meere“ (Gustav Gans Edler Herr zu Putlitz) op. 80 Nr. 1

Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840–1893)
Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Julia“

Hans Sommer (1837–1922)
„Sapphos Gesänge“ (Carmen Sylva) op. 6

Johannes Brahms (1833–1897)
Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

Zu den Konzerten in Flensburg, Rendsburg, Itzehoe und Husum bieten wir eine Werkeinführung vor dem Konzert an.
Flensburg: 18.45 Uhr – Rendsburg: 19.00 Uhr – Itzehoe: 19.00 Uhr – Husum: 19.30 Uhr

Wahrlich „lustvoll“ geht es im Programm des 3. SINFONIEKONZERTS zu: Die 1869 entstandene Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Julia“ gilt als das erste große Orchesterwerk von Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Die berühmte Liebesgeschichte war unter den Werken Shakespeares der Stoff, der die größte Anziehungskraft auf den Komponisten ausübte. So bekannte er gegenüber seinem Bruder Modest: „Nichts eignet sich besser für meine musikalische Eigenart. Es gibt weder Zaren noch Märsche, sondern nur Liebe, Liebe, Liebe!“

Friedrich Wilhelm Kücken ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Zu seiner Zeit zählte er jedoch zu den beliebtesten Liedkomponisten und erfreute sich in ganz Europa und den USA großer Popularität. Kücken entschied sich bewusst, für ein breites Publikum zu schreiben, und es waren insbesondere seine leichten, eingängigen Melodien im Volkston, die zum Erfolg führten.

Hans Sommers „Sappho-Gesänge“ sind eine echte Entdeckung! Die sechs, der griechischen Dichterin Sappho in den Mund gelegten Gedichte entfalten einen Klangkosmos, in dem atmosphärisch Richard Wagners TRISTAN UND ISOLDE immer wieder durchzuklingen scheint, sie zeigen aber auch einen heiteren, geradezu launigen Komponisten, wenn er im fünften Lied lautmalerisch vertont, wie der besungene Eros seinen Bogen spannt und mit seinen schwirrenden Pfeilen nichts als Verwirrung stiftet.

Entstanden ist die vierte Sinfonie, wie so oft bei Johannes Brahms, in der Sommerfrische, die er 1884 und 1885 in der Steiermark verbrachte. Und wie so oft zweifelte Brahms an seinem Werk. Dass es nach dem dortigen Klima schmecke, in dem noch nicht einmal die Kirschen süß und reif würden, schrieb er an den befreundeten Dirigenten Hans von Bülow. Bei der Uraufführung mit der berühmten Meininger Hofkapelle stand Brahms selbst am Dirigentenpult – eine Seltenheit. Und in vielerlei Hinsicht ist diese Sinfonie ein besonderes Werk: Sie ist Brahms’ letzte Sinfonie, Abschluss und Höhepunkt einer Gattung, die ihm einst so viel Mühe und Ringen mit den musikalischen Ausdrucksmitteln gekostet hatte. Für seine Zeitgenossen war sie aufgrund der radikalen Kompositionsweise eher befremdlich und wurde gerade deshalb zum Ausgangspunkt für nachfolgende Komponistengenerationen. Von dem Rückgriff auf die barocke Passacaglia im grandiosen, leidenschaftlichen und so sehr aufrüttelnden Schlusssatz der Sinfonie war Richard Strauss, damals zweiter Kapellmeister in Meiningen, begeistert: „Seine neue Symphonie ist nun allerdings ein Riesenwerk“, schrieb er seinem Vater, und sie sei von „Schwung und Kraft, neu und originell und doch von A bis Z ein echter Brahms“.