Montag, Mai 17, 2021

Juli 2019

So28jul(jul 28)11:30So22sep(sep 22)17:00Eckernförde: Mariazo. AnthropozänPlastikMeerMüllCollagenMuseum EckernfördeRubrik:Kunst,UmweltVeranstaltungsart:Ausstellung

Zeit

Juli 28 (Sonntag) 11:30 - September 22 (Sonntag) 17:00

Details

Die bei Flensburg lebende Künstlerin Maria Zachow Ortmann alias Mariazo (geb. 1950) zeigt Installationen und Collagen, in denen sie Müll aus dem Meer verarbeitete. Mit am Strand aufgesammeltem Plastik, Holz und Metall entstanden scheinbar fröhlich und spielerisch in den letzten Jahren mehrere Serien von Arbeiten, die gleichwohl einen ernsten Hintergrund besitzen. Denn das neue, von Wissenschaftlern ausgerufene Erdzeitalter des Anthropozän trägt der Tatsache Rechnung, dass der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf seine Lebenswelt und damit zu einem geologischen Faktor geworden ist.

Wiederholt machten Künstlerinnen und Künstler auf die Verschmutzung der Umwelt und besonders der Meere durch Plastik und anderen Müll aufmerksam. Denn seit der Merz-Künstler Kurt Schwitters 1919 seine ersten Collagen aus Abfall machte, ist die Verwendung von Zivilisationsmüll ein durchgehendes Thema in der Kunst.

In Mariazos Arbeit mit meist am Nordseestrand gesammeltem Müll waren es zunächst natürliche Materialien wie Holz oder Ton, die in ihrer zufälligen Formenvielfalt die Künstlerin inspirierten. So entstanden kleinere Objekte und große Collagen wie „Aus dem Meer“ mit auf Holztafeln arrangierten, von Menschen bearbeiteten Holzteilen. Mit der Zeit überwog aber am Strand und im Werkprozess das Plastik, bunt und unkaputtbar. Die aus Plastikmüll entstandene Collagen-Serie „Die Welt retten und Spaß dabei haben“ besteht aus anschaulichen, allerdings wenig Erfolg versprechenden Versuchen, der Umweltverschmutzung mit künstlerischen Mitteln und Humor zu begegnen.

Mariazos jüngste Werke „Teatime“ und „Mayday“ schlagen ein neues Kapitel auf: Denn der in diesen Collagen verarbeitete Müll ist noch nicht im Meer gelandet. So besteht die stille Hoffnung der Künstlerin darin, dass er auch nie dorthin gelangen wird.

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