Samstag, 28. Januar 2023

Kiel: Alexander von Humboldt und seine Reise nach Südamerika

2023Mo13feb19:30Mo21:00Kiel: Alexander von Humboldt und seine Reise nach SüdamerikaRubrikForschung und WissenschaftVeranstaltungsart(einmalige) VeranstaltungDiese Veranstaltung ist …barrierefrei zugänglichRegionKiel / Rendsburg-Eckernförde

Zeit

(Montag) 19:30 - 21:00

Veranstaltungsort

Auditorium Maximum - Hörsaal C

Christian-Albrechts-Platz 2

Details

Dr. Andreas Mieth, Institut für Ökosystemforschung:

Alexander von Humboldt und seine Reise nach Südamerika

Die Reise Alexander von Humboldts nach Süd- und Mittelamerika gehört zu den wichtigsten naturwissenschaftlichen Expeditionen, die je unternommen wurden. Die Erkenntnisse seiner 5-jährigen Reise waren bahn-brechend und wirken bis heute fort. Humboldt und sein Reisegefährte Aimé Bonpland scheuten weder Kosten noch Strapazen, um in die entlegensten und extremsten Lebensräume des südamerikanischen Kontinentalteils vorzudringen. Auf Einbäumen über Flüsse paddelnd und immer wieder auch zu Fuß kämpften sie sich durch den tropischen Regenwald, um eine Verbindung des Orinoko mit dem Amazonas nachzuweisen. Sie sammelten mehr als 6000 Pflanzenarten, was die Zahl der bis dahin welt-weit bekannten Spezies um fast die Hälfte ansteigen ließ. Sie experimentierten unter Einsatz ihrer Gesundheit mit Pfeilgiften und elektrischen Fischen. Sie bestiegen die höchsten Vulkane Ekuadors. Gegen Höhenkrankheit, Sauerstoffarmut und klirrende Kälte kämpfend führten sie auch dort unermüdlich Messungen durch, sammelten Pflanzen und Mineralien. Mit der Bezwingung des Chimborazo bis fast zum Gipfel stellten sie einen Höhenrekord im Bergsteigen auf, der ein halbes Jahrhundert Bestand haben sollte. Etliche Küstenstädte des Kontinents wurden von Humboldt zum ersten Male sozioökonomisch erforscht. Humboldts Reise veränderte Karten und Atlanten des Kontinents, und sie begründete das Fachgebiet der Pflanzengeographie.
Alexander von Humboldts Tagebücher, Sammlungen und Reiseberichte gehören heute zu den großen Schätzen der Naturwissenschaften. Als „Humboldts Blattgold“ bezeichnete ein Journalist die Tausenden von Herbar-bögen, die heute in einem klimatisierten Sicherheitstrakt in Berlin-Dahlem lagern. Immer noch arbeiten Forscher an ihrer Auswertung. Ein kostbares Gut sind auch die unzähligen Zeichnungen und kolorierten Stiche, für die Humboldt nach seiner Rückkehr bis zu 50 der besten Zeichner und Drucker Europas auf eigene Kosten beschäftigte.
In einem reich illustrierten Vortrag lässt der Referent die wichtigsten Stationen, Erlebnisse und Erkenntnisse der südamerikanischen Reise des berühmten Naturforschers und Universalgelehrten aufleben.

Eintritt für Nichtmitglieder der SHUG: 5 €

Veranstalter

Bildnachweis

SHUG