November 2019

08nov01dezKiel: JenseitsRauminstallationen zu 30 Jahren Mauerfall und neuen GrenzerfahrungenAtelierhaus im AnscharparkRubrik:Kunst

Details

Erinnern heißt, sich der Gegenwart zu stellen: Einen eigenen Blick auf den Jahrestag des Mauerfalls werfen die beiden Künstlerinnen Anke Müffelmann und Susanne Kollmann in ihrer aktuellen Ausstellung JENSEITS, die am 8. November um 19 Uhr im Atelierhaus im Anscharpark eröffnet wird.

Neuralgischer Punkt der Rauminstallation von Anke Müffelmann ist ein so genannter Stocknagel, ursprünglich gemacht, um nach erreichtem Ziel am Wanderstock befestigt zu werden. Das Souvenir der 1970er Jahre zeigt die Sicht von Harzwanderern auf die deutsch-deutsche Grenze. Als Relief vergrößert, geschwärzt und in Reihe montiert, wird daraus die Arbeit „Todesstreifen“. Wann wird aus einer Grenze ein Todesstreifen? Eine Grenze, bei der Menschen das Risiko des eigenen Todes in Kauf nehmen um sie zu überwinden, ein neues Leben vor Augen? Die Arbeit der diesjährigen BBK-Kunstpreisträgerin fordert auf, die Geschichte als Anlass zu nehmen, um heute existierende Todesstreifen zu hinterfragen.

Um heutige Todesstreifen und existenzielle Situationen kreist auch die Rauminstallation von Susanne Kollmann, die sich mit kulinarischen Interventionen in gesellschaftspolitische Frage einmischt. Sie bewegt, was der Schriftsteller Cees Noteboom „die Ungerührtheit der Welt“ gegenüber humanitären Grenzverletzungen nennt. Mit ihrer Arbeit „Wäre morgen dein letzter Tag – was würdest du heute essen?“ sucht sie nach durchlässigen Stellen in gewohnten Denkmustern. Im Rahmen von mehreren Performances haben ihr über 50 Menschen darauf geantwortet. Aus den Gesprächen sind Fotografien entstanden, die sie zusammen mit speziell visualisierten Nachrichten und anderen Materialien zu einer scheinbar heilen Welt montiert. Die Tafel mitten im Raum lädt ein zur kontroversen Debatte und zu einer weiteren kulinarischen Performance „Letzte Mahlzeiten“.

Während der Ausstellungsdauer sind zudem Künstler*innen und Veranstaltungen zu Gast. Unter anderem Arbeiten von Erhard Rimek und das Podiumsgespräch „Alle Macht geht vom Volke aus – Macht und Ohnmacht von Bürgerbewegungen“ am 28. Nov. 19 Uhr.

Zeit

November 8 (Freitag) 19:00 - Dezember 1 (Sonntag) 18:00

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