Mittwoch, 5. Oktober 2022

August 2022

Diese Veranstaltung findet öfter statt

Do25aug(aug 25)18:00Sa17sep(sep 17)18:00Kiel: Nilofar Rezai - Unter der OberflächeEinzelpräsentation ausgewählter Projekte aktueller Stipendiatinnen der Muthesius Kunsthochschule Kiel

Details

Die Relevanz kreativer Berufe ist essentiell, nicht nur für die kulturelle Landschaft, sondern wirtschaftlich. Sie beeinflussen die Lebensqualität, die Attraktivität und die ökonomische Stärke nachhaltig. Dabei ist der berufliche Einstieg nach dem Studium besonders problematisch, da Strukturen fehlen und eigenständig oft über Jahre aufgebaut werden.

Seit 2009 bietet die Muthesius Kunsthochschule Masterabsolventinnen und -absolventen aller Studiengänge nach dem Abschluss die Möglichkeit, ein gestalterisches oder künstlerisches Projektvorhaben einzureichen und durch Stipendien für ihre künstlerische Forschung und Projektmittel ein bis zwei Jahre finanzieren zu lassen.

Durch Einzelpräsentationen ausgewählter Projekte aktueller Stipendiatinnen wird diesem außergewöhnlichen Engagement im spce Raum gegeben, neben der Projektrealisierung den Moment des Ausstellens aktiv zu gestalten und an der Form des Präsentierens, des sich Positionierens zu schärfen.

Im Zentrum der Einzelausstellung „Unter der Oberfläche“ von Stipendiatin Nilofar Rezai steht die gleichnamige Drei-Kanal-Videoinstallation, die einen radikal-intimen Einblick in die Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper liefert. Dieses Thema bleibt vor dem Hintergrund von Nachrichten rund um die Abschaffung des Abtreibungsrechtes in Ländern wie Polen und einigen Staaten der USA oder auch der hitzig geführten Debatte um den umstrittenen Paragrafen 219a in Deutschland, der erst kürzlich abgeschafft wurde, ein immer Wiederkehrendes und Hochaktuelles.

Für die Arbeit führte Rezai Gespräche mit Frauen, die eine Schwangerschaft abbrachen oder mit dem Gedanken spielten, ob es für sie infrage käme, eine Schwangerschaft abzubrechen. Rezai interessierte vor allem die emotionale Diskrepanz, die in Verbindung mit einer Abtreibung steht. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die kulturell-moralische und politische Implikation von Abtreibung, wie bestimmte Gefühle gesellschaftlich gefördert oder gar erzwungen werden, um Gemeinschaft zu materialisieren und Individuen fest an soziale Normen zu binden.

Neben der Filmarbeit enthält die Ausstellung skulpturale Werke, die einen körperlichen Bezug zum Betrachter aufbauen und auch als Objekte im Film auftauchen. Der Sprung zwischen Fiktion und Realität, dem, was auf der Leinwand skizziert wird, und dem, was physisch vor Ort greifbar ist, versinnbildlicht eindringlich, dass die Beschäftigung mit vermeintlichen Randthemen jeden aktiv betrifft.
Ein Textil, welches frontal gegenüber dem Eingang zur Filmarbeit hängt, macht dies besonders deutlich. Die Besucher*innen (?) sind eingeladen, eine in seiner Form und Bildsprache klar an ein Gebet erinnernden Text, zu komplettieren, die vorgestickten Wörter Nadelstich für Nadelstich zu vervollständigen und dabei vielleicht andere Sichtweisen bzw. Fragen in den Diskurs um Selbstbestimmung zu implementieren.

Rezai hinterfragt mit ihrer Ausstellung „Unter der Oberfläche“ gezielt die gesellschaftliche Debatte über Abtreibung, wie diese oft emotional geführt ist und wie das Recht auf Entscheidungsfreiheit über den Körper und dessen Autonomie gebunden ist an ein Flechtwerk aus juristischen Zwängen und Abhängigkeiten. Die Frage steht im Raum, wie und warum persönliche Entscheidungen nicht abgelöst sind von politischen Machtverhältnissen und sozialen Deutungshoheiten.

Öffnungszeiten

mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr

Bildnachweis

Nilofar Rezai

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