Sonntag, 5. Dezember 2021

August 2021

Do19augFr01julSchleswig: Urlaubsort – Tatort – Drehort! 100 Jahre Filmset Schleswig-HolsteinPrinzenpalaisRubrik:FilmVeranstaltungsart:AusstellungDiese Veranstaltung ist …:kostenlos

Zeit

August 19 (Donnerstag) 18:00 - Juli 1 (Freitag) 17:00

Details

Den Anfang machte ausgerechnet ein Vampir: Szenen aus dem Gruselfilm „Nosferatu“ wurden 1921 unter der Regie von Friedrich Wilhelm Murnau in Lübeck, Lauenburg und auf Sylt gedreht. Seitdem entstehen immer wieder Kinofilme und Vorabendserien, Krimis und Romanzen vor schleswig-holsteinischer Kulisse. Eine Auswahl solcher Produktionen zeigt die Ausstellung „Urlaubsort – Tatort – Drehort! 100 Jahre Filmset Schleswig-Holstein“.

So vielfältig wie die Landschaften des nördlichsten Bundeslandes, so verschieden sind die hier entstandenen Filme und Serien. Ob auf Gutshöfen oder an den langen Stränden der Nordsee: Naturkatastrophen und düstere Mordfälle lassen sich in Schleswig-Holstein ebenso in Szene setzen wie heitere Geschichten um Aussteiger, die sich fernab der Großstadt eine neue Existenz aufbauen wollen und zwischen Dünen und Reetdachkaten die große Liebe finden.

Das Ergebnis sind Produktionen mit Wiedererkennungswert. So bildete die Landschaft Angeln zwischen Schleswig und Kappeln zwischen 1986 und 2012 die Kulisse für die ZDF-Serie „Der Landarzt“. In insgesamt 297 Folgen kümmerte sich der „Landarzt“ um die Sorgen der Einwohnerinnen und Einwohner im fiktiven Städtchen Deekelsen. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer kamen anschließend an die Schlei, um die Drehorte zu entdecken: Stammkneipe und Kirche stehen in Kappeln, der Bahnhof von Deekelsen befindet sich in Süderbrarup und die Praxis des „Landarztes“ auf Gut Lindauhof.

Viele weitere ehemalige Schauplätze sind in der Ausstellung vertreten. Die Episoden rund um das Ponyhotel „Immenhof“ wurden ab den 1950er-Jahren in Bad Malente und auf Gut Kletkamp gedreht. Mehrere Verfilmungen von Thomas Manns Roman „Buddenbrooks“ entstanden in der Lübecker Altstadt. Auf Schlössern und Gütern nahm das Schicksal der „Guldenburgs“ und anderer fiktiver Adelsfamilien seinen Lauf. Und immer wieder ermitteln Fernseh-Kriminalisten wie Kommissar Finke, erster Kieler „Tatort“-Kommissar in den 1970er-Jahren.

Es war die Sammelleidenschaft des Schleswiger Fotografen und Autors Kai Labrenz, die eine so vielfältige Ausstellung im Prinzenpalais ermöglichte. Seit 1992 begleitet er Dreharbeiten in Schleswig-Holstein mit der Kamera. Einen Großteil seiner Sammlung hat Labrenz inzwischen als Schenkung ans Landesarchiv gegeben. So konnte bei der Gestaltung der Ausstellung auf einen reichen Fundus von Fotografien, Pressemappen, Requisiten, Plakaten und Fanartikeln zurückgegriffen werden – und auf das umfangreiche Wissen des Sammlers, der die Vorbereitungen tatkräftig unterstützte.

Eine weitere Verbindung des Landesarchivs zu Filmproduktionen zwischen Nord- und Ostsee stellt das Landesfilmarchiv dar. Seit 35 Jahren kümmert es sich um Filme mit Landesbezug, die nicht bereits anderswo archivisch gesichert und deshalb besonders stark vom unwiderruflichen Verlust bedroht sind. Das sind eher nicht die Episoden des „Landarztes“ oder große Kinofilme, sondern vor allem die vielen kleinen Filmschätze, von denen oft nur ein einziges Exemplar vorhanden ist.

Den Grundstock für das Landesfilmarchiv in Schleswig bildete die Übernahme des Materials der Kieler Firma Nordmark-Film. Der Familienbetrieb hatte ab 1920 fast 70 Jahre schleswig-holsteinische Geschichte in Filmen thematisiert. Darauf aufbauend wächst das Landesfilmarchiv beständig weiter. Der Bestand enthält inzwischen auch zahlreiche Aufnahmen von Amateurfilmern, von Landesbehörden wie beispielsweise der Landespolizei sowie Industriefilme.

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 8.30-17 Uhr

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