Sonntag, 3. Juli 2022

Juni 2022

Sa18jun19:30Pinneberg: Stephan König. Bach in JazzDie DrosteiRubrik:MusikVeranstaltungsart:Festival

Details

Stephan König Klavier

Programm:
Jazz-Improvisationen zu Werken von Johann Sebastian Bach:

Italienisches Konzert (BWV 971)
Wohltemperiertes Klavier (Auswahl aus BWV 846–893)
„Air“ aus Orchestersuite Nr. 3 D-Dur (BWV 1068)
„Badinerie“ aus Orchestersuite Nr. 2 H-Moll (BWV 1067)
u.a.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Puderperücken, Pferdekutschen, strenge Kompositionen allein zu Gottes Ehre (Soli Deo gloria)…. Das alles gehört zweifellos zu einem der bedeutendsten Komponisten der Geschichte dazu.
Aber die Musik Bachs als ein in sich geschlossenes oder sogar abgeschlossenes Kapitel zu betrachten, als verstaubte Erinnerung an vergangene Jahrhunderte, würde zu kurz greifen. Er selbst war ein Meister der Improvisation, aus dem Stegreif hat er, so die Legende, vor Friedrich dem Großen über das sperrige Thema des späteren Werkes „Das musikalische Opfer“, das der Preußenkönig ihm gestellt hatte, meisterhaft improvisiert.
Und auch heute ist die Musik Bachs eine stete Inspirationsquelle für unterschiedlichste Besetzungen. Sie wird ins Hier und Heute transformiert, bleibt sie selbst und spricht dennoch zu uns, über 250 Jahre später.
Einer der versiertesten Jazz-Pianisten wird uns in diesem Konzert von der Zeitlosigkeit der Musik Bachs‘ überzeugen:

Stephan König wurde 1963 in Berlin geboren. Er studierte nach dem Besuch der Spezialschule für Musik Halle/S. an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig die Hauptfächer Klavier, Komposition und Dirigieren und ist seither freischaffend tätig. Neben seiner Unterrichtstätigkeit an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater hat er diverse Gastverträge bei namhaften Orchestern und Bühnen und wirkte bei zahlreichen CD- Rundfunk- und Fernseh-Produktionen mit. Konzertreisen führten ihn nach Asien, Mittelamerika, Südamerika und durch viele Länder Europas. Er ist mehrfacher Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe. Auftrags-Kompositionen schrieb er für das Gewandhaus Leipzig, Oper Leipzig, Akademisches Orchester Leipzig, Impuls-Festival, Thomanerchor Leipzig, den MDR u.a. Er arbeitete zusammen mit Rebekka Bakken, Georg Christoph Biller, Uschi Brüning, Richard Galliano, Kathrin Göring, Nigel Kennedy, Ines Agnes Krautwurst, Jochen Kupfer, Lyambiko, Ulrike Mayer, Tobias Morgenstern, Anca Parghel, Martin Petzold, Florian Poser, Fermín Villanueva, Sebastian Weber, Angelika Weiz, Pascal von Wroblewsky, Wolfgang Krause Zwieback, Leipziger Streichquartett, Reinhold Quartett, ensemble amarcord, Sjaella u.v.a.. Seit 1998 leitet er das von ihm gegründete „LeipJAZZig-Orkester“ und seit 2007 das Kammerorchester ‚artentfaltung‘.

Für mich ist Improvisation eine gleichberechtigte Kunstform neben der Komposition. Der Vorteil der Improvisation gegenüber der Komposition ist, daß der Interpret viel direkter auf die jeweilige Situation des Konzertes eingehen kann – d.h. auf Raum, Instrument, Ausstrahlung der Zuhörer und insbesondere auch auf den eigenen emotionalen momentanen Zustand. Der Vorteil der Komposition ist, daß der Komponist so lange am Werk feilen kann, bis er glaubt, fertig zu sein. Das Risiko bei der Improvisation ist, daß es nur eine zeitliche Möglichkeit für den Ton gibt. Es gibt die freie Improvisation und die thematisch gebundene Improvisation; dieser Konzert-Abend ist gebunden an musikalische Themen und Ausdrucksformen von Johann Sebastian Bach, d.h. es werden beide Kunstformen – Improvisation und Komposition – verschmolzen. (Stephan König)

Bildnachweis

Christian Enger

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