29. Januar – 22. Februar 2019 im Amt Südtondern. Die Ausstellung geht der aktuellen Meerespolitik auf den Grund.

Entlang sechs verschiedener Schwerpunktthemen präsentieren die Ausstellungsbereiche die vielfältigen Bezugspunkte zwischen Umwelt- und Entwick­lungs­­fragen auf See. An Beispielen aus der Fischerei, dem Meeresschutz oder der Schifffahrt wird den Besucherinnen und Besuchern so die globale Dimension der Ozeane und Meere veranschaulicht und werden wichtige Zukunftsfragen aufgeworfen.

Die Erschließung der Meere

Als der französische Schriftsteller Jules Verne 1884 „20.000 Meilen unter dem Meer“ schrieb, schuf er einen Klassiker der fantastischen Literatur. Im besten Stil des Science-Fictions ließ er Kapitän Nemo mit dessen futuristischen U-Boot Nautilus in die unbekannten Tiefen der Meere eintauchen und bis dahin scheinbar unüberwindbare Grenzen überschreiten.

Als Elisabeth Mann Borgese dem Club of Rome gut 100 Jahre später ihren Bericht „Die Zukunft der Weltmeere“ vorstellte, trug sie mit Ihrer Arbeit dazu bei, wie schon zuvor Jules Verne, den Blick auf die Ozeane grundlegend zu verändern. Eine umweltpolitisch verantwortliche und global gerechte Meerespolitik war ihre Utopie. Energie, Rohstoffe und Nahrung aus den Ozeanen sollten die Probleme der Menschheit lösen.

Inzwischen ist die Erschließung der Meere kontinuierlich vorangeschritten. Insbesondere seit der Jahrtausendwende hat die weltweit wachsende Nachfrage nach natürlichen Ressourcen eine drastische Ausweitung der Unternehmungen auf See befördert.

Das Meer die letzte Kolonie
Blick in die Ausstellung im Amt Südtondern

Ungehemmter Wettlauf um Ressourcen

Konflikte um lukrative Meeresgebiete nehmen zu, wobei gemeinschaftliche und traditionelle Nutzungskonzepte oftmals ins Hintertreffen geraten. Der Wettlauf um die Ressourcen der Meere scheint ungehemmt, dabei verfügt die Weltgemeinschaft an sich über ein umfangreiches und international anerkanntes Regelwerk, das UN-Seerechtsübereinkommen. Dieses regelt im Grundsatz die Nutzung der Meeresressourcen, den Seeverkehr, die Fischereirechte, den Meeresumweltschutz, die Hoheitsgrenzen auf See und vieles andere mehr.

Das 2015 mit der Agenda-2030 von der UN beschlossene Ziel Nachhaltiger Entwicklung, mit dem Titel „Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen“ ist eine Reaktion auf den aktuellen Bedeutungszuwachs der Meerespolitik.

Ozeane als “gemeinsames Erbe” der Menschheit

Fair Oceans und Brot für die Welt haben sich zusammen mit verschiedenen Partnern für die Formulierung eines solchen Ziels Nachhaltiger Entwicklung eingesetzt und wollen die Ozeane und Meere dauerhaft im Sinne des Seerechts­­über­ein­kommens als gemeinsames Erbe der Menschheit verwaltet sehen.

Mehr als 20 Jahre nach Inkrafttreten des Seerechtsübereinkommens verdeutlicht Ziel 14 der Agenda-2030 die Not­wendig­keit, international nach Problemlösungen zu suchen und zeigt dabei wichtige Ansatzpunkte für die Meerespolitik auf.

Meeres- und Entwicklungspolitik gehören zusammen

Die Ausstellung gibt eine Idee davon, wie eng und weitreichend die Verbindungen von Meeres- und Entwicklungspolitik sind und wie notwendig es deshalb ist diese beiden Bereiche zusammen­ zu­ denken. Insbesondere für die Länder des globalen Südens ist die Wechselbeziehung zwischen Umwelt und Entwicklung zentral für ihre Zukunftsperspektiven.

Anschließend wird die Wanderausstellung vom 26. Februar bis zum 26. April 2019 im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning zu sehen sein.

Amt Südtondern
Marktstr. 12
25899 Niebüll

weitere Informationen und Öffnungszeiten

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