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2026Mi18febganztägigSa04aprWyk auf Föhr: Altarverhüllung St. Nicolai KircheEine temporäre Verhüllung des Altarraums während der Passionszeit, basierend auf dem St.-Nicolai-Motiv aus der Serie Fotovisionen zum Klimawandel von Harald Bickel.RubrikFotografie,Gesellschaft und Geschichte,Kunst,UmweltVeranstaltungsartAusstellungDiese Veranstaltung ist …kostenlosRegionFlensburg / Nordfriesland / Schleswig-Flensburg

Zeit

18. Februar 2026 - 4. April 2026 (ganztägig)(GMT+01:00)

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Details

Das Hungertuch in St. Nicolai auf Föhr
Hungertücher und Klappaltäre gehören zu den prägenden Bildpraktiken des Kirchenjahres, insbesondere in den norddeutschen Regionen mit ihrer langen Tradition von Wandelretabeln und Altaraufsätzen. In der Passionszeit werden Altäre verhüllt oder geschlossen, Bildwerke entzogen und der visuelle Reichtum des Kirchenraums bewusst reduziert. Diese Praxis ist nicht als Verlust gedacht, sondern als zeitlich begrenzte Ordnung des Sehens: Durch das Zurücknehmen des Bildes werden Zeit, Raum und liturgischer Rhythmus neu erfahrbar.
Über lange Zeit war dieses Wechselspiel von Zeigen und Verbergen selbstverständlich. Mit dem Rückgang traditioneller liturgischer Formen im 19. und frühen 20. Jahrhundert verlor die Praxis der Hungertücher jedoch vielerorts an Bedeutung und verschwand in vielen Gemeinden nahezu vollständig aus dem kirchlichen Alltag. Seit den 1970er- und 1980er-Jahren ist jedoch eine bewusste Wiederaufnahme zu beobachten. Diese erfolgt weniger als Rückgriff auf historische Formen, sondern als zeitgenössische Setzung innerhalb der Passionszeit.
Heute werden Hungertücher häufig neu gestaltet und ortsbezogen eingesetzt. Der Fokus liegt nicht auf Illustration oder Belehrung, sondern auf Reduktion und Unterbrechung. Der Entzug des Bildes – oder seine bewusste Ersetzung – wird selbst zum gestaltenden Moment. In dieser erneuerten Praxis verbinden sich historische Kontinuität und gegenwärtige Fragestellungen: Hungertücher strukturieren den Kirchenraum weiterhin als Ort wechselnder Bildzustände, geprägt von Zeitlichkeit, Handlung und bewusster Begrenzung.
Das Motiv der Verhüllung in St. Nicolai greift als Bild den Kirchenraum selbst auf. Es verhüllt den Altar und öffnet zugleich den Raum zur Weite der See. Die Architektur der Kirche wird in der Tradition der Scheinarchitektur weitergeführt. Als Vision zum Klimawandel lädt das Motiv zum Innehalten und zur stillen Reflexion ein.

Öffnungszeiten

täglich 9-16 Uhr

Veranstalter

Bildnachweis

Harald Bickel