2026Fr15mai(mai 15)00:00Mo29jun(jun 29)00:00Der DrillingEin Fisch - drei AusschnitteRubrikKunstVeranstaltungsartAusstellungDiese Veranstaltung ist …digital, Für Kinder geeignet, kostenlosRegionFlensburg / Nordfriesland / Schleswig-Flensburg

Zeit

15. Mai 2026 00:00 - 29. Juni 2026 00:00(GMT+02:00)

Veranstaltungsort

Atelier Kunsteins

Strandstrasse 1000 25938 Nieblum

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Details

Es beginnt mit etwas Kleinem: einer Gräte. Fein, widerspenstig, fast unsichtbar. Sie bleibt im Hals stecken und plötzlich entsteht Kommunikation. Vielleicht liegt genau darin ihre Kraft. Die Gräte unterbricht den glatten Ablauf der Dinge. Sie zwingt zum Innehalten. Der Fisch ist seit Jahrhunderten ein starkes Bild der Kunst. Picasso zeichnete und modellierte immer wieder Fische — manchmal mediterran leicht, manchmal aggressiv zerlegt wie in einem anatomischen Experiment. In seinen Stillleben erscheinen Fische oft als stille Gegenstände zwischen Messer, Tisch und Zeitung — Nahrung und Form zugleich.

Salvador Dalí machte aus Fischen surrealistische Traumwesen. Bei ihm werden sie weich, monströs oder erotisch aufgeladen. Joan Mirós Fischformen schweben wie Hieroglyphen durchs Bild — reduziert, verspielt, fast kindlich kosmisch. Damien Hirst zeigt tote Tiere und konservierte Körper oft mit kalter klinischer Distanz. Auch Fische erscheinen bei ihm als Objekte zwischen Wissenschaft und Konsum. Frank Gehry ist dazwischen ein interessanter Sonderfall: Er entwarf riesige Fischskulpturen und benutzte die Fischform als architektonische Struktur. Paul Klee machte ihn schließlich in seiner Arbeit „Der Goldfisch“ zu einem leuchtenden Traumwesen — geheimnisvoll und poetisch. Bei Joseph Beuys dagegen erscheint der Fisch oft nur noch als Rest: als Gräte, Knochen oder Spur eines Lebens. Der Fisch wird Material, Erinnerung und gesellschaftliches Zeichen zugleich. Genau zwischen diesen Polen bewegt sich FISCHEINS. Der Fisch ist hier nicht bloß Nahrung oder Dekoration. Er wird Symbolträger. Die Gräte darin erinnert daran, dass unter jeder glatten Oberfläche ein Gerüst verborgen liegt. Die Gräte.

Der DRILLIG grätenfrei treibt dieses Spiel weiter. Schon der Name erzeugt Spannung. Der Drilling — eigentlich der dreifache Angelhaken — steht für Fang, Widerstand und Verletzung. Doch „grätenfrei“ klingt nach Sicherheit, Komfort und makellosem Konsum. Daraus entsteht ein poetischer Widerspruch. Denn unsere Gegenwart liebt das Glatte. Den Fisch ohne Gräte. Die Erfahrung ohne Risiko. Aber Kunst beginnt oft genau dort, wo etwas hängen bleibt. Vielleicht erklärt das auch die mediale Aufmerksamkeit rund um die Gräte im Fischbrötchen. Nicht das Perfekte erzeugt Gespräch, sondern die kleine Störung. Die Gräte wird zum Satzzeichen zwischen Natur und Kultur. So erscheint FISCHEINS wie eine poetische Gegenbewegung zur vollständigen Glättung der Welt. Der Fisch bleibt Zeichen. Die Gräte bleibt Widerstand. Und der DRILLIG grätenfrei wird zu einer Figur zwischen Ironie, Konsumkritik und Kunst. Denn manchmal beginnt Bedeutung genau dort, wo etwas quer sitzt. Oder am Ende schließlich an der Wand hängt.

Und wenn es nur ein Drilling ist!

Öffnungszeiten

24 Stunden

Bildnachweis

Atelier KUNSTEINS

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