Kunst im öffentlichen Raum. Kunstwerke in Nöten

Auf seiner Internetplattform Kunst@SH hat Jan Petersen inzwischen schon mehr als 1000 Kunstwerke im öffentlichen Raum zusammengetragen. Für uns nutzt er seine Datenbank um über Kunst im öffentlichen Raum zu schreiben. Dieses Mal geht es um Vergänglichkeit, Zerstörung und Zensur

 


Nichts ist für die Ewigkeit

Wer bei KUNST@SH ein Kunstwerk entdeckt hat und dieses vor Ort anschauen möchte, wird in einigen Fällen enttäuscht. Denn obwohl die meisten Fotos der Website heute kaum älter als drei Jahre sind, sind manche Kunstwerke in der Zwischenzeit abhanden gekommen. Je mehr Zeit verstreicht, desto größer wird naturgemäß ihre Zahl werden.

Der häufigste Fall ist der Zahn der Zeit, der den Werken zu schaffen macht. Wenn niemand die Kosten für eine nötige Restaurierung übernimmt, werden sie irgendwann entsorgt. Auch mit dem Abriss von Gebäuden verschwindet oft die dazu gehörende Kunst am Bau. In jüngerer Zeit verlor Kiel so durch einen Abriss in der Falckstraße auch ein großes Wandbild von Uwe Oswald aus dem Jahr 1982. An einer Schule in Stapelfeld wird der „Kreislauf des Lebens“ abgerissen, eine plastische Arbeit des Malers Harald Duwe, weil sich trotz intensiver Bemühungen keine Möglichkeit zum Erhalt fand.

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Dass es auch anders geht, beweisen zwei Arbeiten, die K-L Schmaltz Mitte der 1970er Jahre für das Kieler Uniklinikum schuf. Als sie dem Neubau des Zentralklinikums weichen mussten, wurden neue Standorte am Westring vor dem Bildungszentrum und auf dem Campus der Fachhochschule gefunden. Schwieriger war der Fall in Kaltenkirchen, denn niemand in der Stadt wollte das “Sitzende Paar“ von Klaus Kütemeier aufstellen, das nach der Schließung der Klinik heimatlos wurde. Nun sitzt das Paar an einer kleinen Grünfläche am Straßenrand.

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Jan Petersen,
Fotograf und Autor

www.sh-kunst.de