Kulturelle und sprachliche Vielfalt als Bereicherung. Gitte Hougaard-Werner im Gespräch

Die Volksabstimmung 1920 war auch die Geburtsstunde der Minderheiten auf beiden Seiten der Grenze zwischen Dänemark und Deutschland. Etwa 50 000 Menschen zählen nach Schätzungen zur dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein. Der Sydslesvigsk Forening ist ihre Hauptorganisation und Gitte Hougaard-Werner dessen Vorsitzende. Mit uns spricht sie darüber, was das Jubiläumsjahr für die Minderheit bedeutet und wie erfolgreiche Minderheitenpolitik aussehen kann.

Gitte Hougaard-Werner. Foto: SSF/Tim Riediger
Gitte Hougaard-Werner. Foto: SSF/Tim Riediger

Worin besteht die Aufgabe des SSF?

Der SSF ist die kulturelle Hauptorganisation der dänischen Minderheit und mit 16.000 Mit-gliedern auch die größte dänische Organisa-tion in Schleswig-Holstein. Unsere Leute vor Ort organisieren das alltägliche Basisleben in 68 SSF-Ortsvereinen, wo die Mitglieder sich treffen, kulturelle Veranstaltungen anbieten und die jahreszeitlichen dänischen Traditionen zusammen pflegen. Da sind wir für alle Gene-rationen da. Darüber hinaus sind wir auch eine Kulturagentur, die jährlich zwischen 100 und 200 professionelle Kulturveranstaltungen mit Künstlern aus Dänemark anbietet. Das reicht von Konzerten aller Art – Pop, Rock, Klassik, Jazz, Folk und so weiter – über Theater, Oper und Ballett bis zu Ausstellungen. Wirklich die gesamte Bandbreite und häufig das beste was Dänemark zu bieten hat, bieten wir im Lan-desteil Schleswig an. Und schließlich agieren wir auch kultur- und minderheitenpolitisch für die Minderheit von der lokalen bis zur europä-ischen Ebene, häufig zusammen mit dem SSW.

Sie haben einmal gesagt, das Ziel der Minderheitenpolitik sei „Integration ohne Assimilation“. Was genau bedeutet das und wie funktioniert das?

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Die Eckernförderin Gitte Hougaard-Werner leitet im täglichen Leben die dänische Schule in Elsdorf-Westermühlen. Seit Oktober 2019 ist sie Vorsitzende des Sydslesvigsk Forening (SSF). Gitte Hougaard-Werner ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.

Die Fragen stellte Kristof Warda

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