Die Kartierung des Himmels an der Schwelle zur Neuzeit

Weltbilder und Himmelskarten in der Eutiner Landesbibliothek

Die Frühe Neuzeit steht für die Fortschritte der Wissenschaften in Europa. Und sie gilt als „Zeitalter der Entdeckungen“: Europäische Expansion und überseeische Handelsbeziehungen nährten das Bestreben, die Welt als Gesamtheit zu erfassen. Atlanten und Karten wurden aufgrund neuer Möglichkeiten der Vermessung immer exakter. Weiße Flecken von „unentdeckten“ Gebieten verschwanden allmählich.

Auch der Himmel wurde neu vermessen und kartiert, die Erkenntnisse in Himmelsatlanten veröffentlicht. Gerade die Astronomie erbrachte Erkenntnisse, die die gesamte mittelalterliche Weltsicht ablöste. Astronomen wie Tycho Brahe, Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler, Galileo Galilei und Isaac Newton halfen, das Weltensystem neu zu verstehen.

Einzelne Blätter zweier wichtiger Himmelsatlanten aus der Frühen Neuzeit liegen in der Eutiner Landesbibliothek: Aus dem 1660 in Amsterdam erschienenen Harmonia Macrocosmica von Andreas Cellarius sind drei Karten vorhanden, in Einzelblättern vorliegend ist der Atlas Coelestis von Johann Gabriel Doppelmayr, der 1742 in Nürnberg erschien, nahezu vollständig.

Neben Atlanten wurde in der Frühen Neuzeit auch eine Vielzahl einzelner Himmelskarten veröffentlicht. In der Sammlung der Eutiner Landesbibliothek stechen zwei besonders hervor:

So zeigt der Astronom und Kartograph Tobias Mayer die Mondfinsternis des Jahres 1748, deren Verlauf er im Voraus berechnete.

Der Augsburger Kartograph Matthäus Seutter zeichnet die Bahn eines Kometen nach, der vom 13. März bis zum 28. April 1742 zu sehen war.

Himmelskarten faszinieren durch ihre oftmals künstlerisch hochwertigen, reich kolorierten und großzügig mit Gold durchzogenen Illustrationen. Vollständige Atlanten sind selten erhalten, einzelne Blätter werden aber gelegentlich auf Auktionen angeboten.


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