In Verbindung bleiben.

Ein Lob der Grenze

In Europa haben wir die Chance, eine neue Perspektive auf Grenzen zu etablieren: Grenzen sind Orte der Begegnung. Sie sind Linien, die es zu überschreiten gilt, um neue Sichtweisen kennenzulernen und den eigenen Horizont darum zu erweitern. Dynamische Regionen bereichern die Kulturen beiderseits der Grenzen.

Vor einigen Jahren bin ich, aus Ljubljana kommend, zu Fuß über die Karawanken, einen Teil der Ostalpen, nach Kärnten gewandert. In mir sind noch einige Bilder sehr lebendig. Die schöne Altstadt der slowenischen Hauptstadt, hier und da die blauen Schilder der Europäischen Union, die auf die Förderung der Infrastruktur und des kulturellen Erbes durch Programme hinweisen. Dann die Wanderung über die Berge, an deren Kamm eine alte verrammelte Schutzhütte stand, der frühere Grenzübergang. Der Schlagbaum war abmontiert. Ein blaues Schild zeigte an, dass hier nun Österreich beginne, die Landschaft auf dem jenseitigen Teil der Straße sah genauso aus wie auf dieser Seite, das Wetter war dasselbe, die Luft roch hier wie da nach Sommer. Die Menschen in den slowenischen Grenzorten sprachen Deutsch, die Schilder in den Kärntner Grenzstädtchen, das wir erreichten, waren auf Slowenisch und Deutsch. Das ist die Realität in Europa, das ist die Realität der grenznahen Regionen.

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Martin Lätzel