Die Industrielle Revolution: Mit Heißer Luft ins neue Zeitalter

Teil III der Serie „Von Mammutjagd bis Homeoffice“
Der Wandel der Arbeitswelt von der Altsteinzeit bis in die Gegenwart

Die Wirtschaftsweise des Menschen hat sich in den vergangenen Jahrtausenden grundlegend geändert. Bedenkt man, dass wir unser Auskommen für Jahrmillionen als Jäger und Sammler bestritten haben, ist unsere heutige Dienstleistungsgesellschaft von minimaler Dauer. Sesshaftwerdung, Ackerbau und Viehzucht sind vergleichsweise junge Entwicklungen. Die Landwirtschaft nur ein Wimpernschlag in der Geschichte der Menschheit. Umso mehr gilt dies für Industrialisierung und Digitalisierung.

Für Jahrmillionen folgen unsere Ahnen den Spuren wilder Tiere, bevor sie vor etwa zwölftausend Jahren die Landwirtschaft erfinden. Die meiste Zeit ihrer Existenz auf diesem Planeten lebten die Menschen als umherstreifende Jäger und Sammler. Erst als Bauern werden sie sesshaft. Ab diesem Zeitpunkt beginnt Privatbesitz eine besondere Rolle zu spielen. Der Mensch macht sich die Natur untertan. Nicht mehr auf Augenhöhe befindet er sich fortan mit der Tierwelt. In der Welt der Wildbeuter hatten unsere Altvorderen ihren Mitgeschöpfen einen besonderen Respekt gezollt, der im Paläolithikum seinen Ausdruck in den beeindruckenden Höhlenmalereien Südwesteuropas findet. Als der Mensch dann im Neolithikum sesshaft wird, beginnt er die Natur nach seinen Vorstellungen zu formen. Das Antlitz der Erde wird mittels Brandrodung und Pflug verändert und für den Anbau urbar gemacht. Durch Zucht formt man Gestalt und Ertrag von Pflanzen und Tieren. Förmlich eine zweite Schöpfung ist die Jungsteinzeit mit ihrer immensen menschlichen Einflussnahme auf die Umwelt.

Industrielle Revolution

Der Beginn der Jungsteinzeit fällt ziemlich genau mit dem Ende der letzten Eiszeit zusammen, dem Weichsel-Glazial. Mit dem Abschmelzen der Gletscher in Mitteleuropa hält die erdgeschichtliche Epoche des Holozäns Einzug, was etwa mit „das völlig Neue“ übersetzt werden kann. Und völlig neu ist nicht allein das Klima. Binnen weniger Jahrtausende kommt es auf dem Gebiet der menschlichen Kultur zu einer regelrechten Explosion von Neuerungen. Ackerbau, Viehzucht, Steinschliff, später Keramik, steinerne Architektur, bäuerliche Siedlungen werden angelegt, Tempel erbaut, Städte errichtet.

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Welf-Gerrit Otto
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