Dienstag, 6. Dezember 2022

Neue Attraktion im Speicherstadtmuseum Hamburg

In der Ausstellung des Museums am Sandtorkai ist ab jetzt das Querschnittsmodell eines Speichers im Maßstab
1:25 zu sehen. Konkret handelt es sich bei dem Modell um den östlichen Brandabschnitt
von Block L, der 1887/88 nach einem Entwurf des Architekten Georg Thielen realisiert
wurde, der maßgeblich an der Fassadengestaltung der Speicherstadt beteiligt war.


Bis zum Dachfirst misst das Miniaturbauwerk fast 1,40 Meter. Stolze 2,10 Meter mal 1,15
Meter umfasst die Grundplatte. Aufgrund diese Maße war es möglich, das Modell in der
bestehenden Ausstellung zur Geschichte der Speicherstadt zwischen Straßen mit
originalgetreu nachgebildeter Pflasterung und einem Fleet einzubetten, das von einer
Brücke überspannt wird.

Maßstabsgerechte Objekte wie ein Pferdefuhrwerk, eine Schute
und eine Schottsche Karre veranschaulichen darüber hinaus, wie der Warentransport
früher im Hamburger Hafen bewältigt wurde. Passend zur nostalgisch angehauchten
Szenerie, für die die 1930er Jahre als Zeitschnitt gewählt wurden, biegt um die Ecke
außerdem ein LKW der Marke Opel Blitz.


Bei der Erstellung des Modells wurde auf ein Höchstmaß an Authentizität hinsichtlich der
Fassadengestaltung, der konstruktiven Details und der technischen Ausrüstung
wertgelegt. So verfügt die Rekonstruktion des Speichers über einen Windenschacht, in
dem die Kolbenmaschinen für den hydraulischen Windenantrieb hängen, über Seilzüge
mit Umlenkrollen und über eine hydraulische Hebebühne. Letztere diente ursprünglich
dazu, die Waren zwischen den Lagerkellern und der Straße zu bewegen. Besondere
Sorgfalt galt auch der Ausstattung mit Dezimalwaagen, Taxametern und Lagergütern wie
Säcke, Teekisten oder Fässer – stimmungsvoll beleuchtet durch elektrischen Lämpchen.
Und last but not least: Im Erdgeschoss des Modells erinnert ein Teekontor daran, dass die
Speicher einst nicht nur zum Lagern von Waren genutzt wurden.

Kaffeesäcke, Griepen, Zuckerklatschen und Probenstecher …

Im authentischen Rahmen eines Speichers von 1888 wird anhand typischer Waren und traditioneller
Arbeitsgeräte gezeigt, wie die Quartiersleute (Lagerhalter) früher Importgüter wie
Kaffee, Kakao, Tee oder Kautschuk gelagert haben: vom Wiegen und Bemustern der
Waren bis zu deren Veredelung durch Sortiermaschinen und Handverlesung.

Weitere zentrale Themen sind die Baugeschichte der Speicherstadt, die mit vielen
historischen Fotos und Plänen illustriert wird. Genauso wie der Tee- und Kaffeehandel, der
sich hier früher konzentrierte. Außerdem wird an die Ewerführer erinnert, die
Waren mit Schuten (Lastkähnen) zu den Speichern transportiert haben.

Regelmäßig werden öffentliche Führungen durch das Speicherstadtmuseum und die Speicherstadt, Tee- und Kaffeeverkostungen mit ausgewiesenen Experten sowie
Krimilesungen mit renommierten Autoren angeboten. In den Schulferien finden außerdem die beliebten „Entdeckertouren“ durch die Speicherstadt und das Museum statt, die sich an Kinder von 6 bis 12 Jahren richten (in Begleitung Erwachsener).

Auch für Kinder ist das Speicherstadtmuseum attraktiv. Sie können sich von
Kalle, dem kleinen Quartiersmann, mit einer Rallye durch die Ausstellung
führen lassen. Außerdem gibt es hier viele Dinge, die man anfassen darf und
selbst entdecken kann.

Adresse

HISTORISCHE MUSEEN HAMBURG
Speicherstadtmuseum
Außenstelle des Museums der Arbeit
Am Sandtorkai 36 | 20457 Hamburg
Tel. 040 – 32 11 91 | Fax 040 – 32 13 50
EMAIL:
info@speicherstadtmuseum.de
Website: www.speicherstadtmuseum.de

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