Bühne frei für Stieglitz, Wiesenschlüsselblume und Winterlinde

Sie sind absolute Schönheiten, einige von ihnen richtige Raritäten. Sie leben zurückgezogen und ohne große Aufmerksamkeit. Doch im Jahr 2016 ist ihr großer Moment gekommen. Dann heißt es: Raus aus dem Stiftungsland – rauf auf die große Natur-Bühne. Der rote Teppich wird ausgerollt, die Kameras scharf gestellt für ihren Exklusiv-Auftritt.

 

Und der wird nicht nur wenige Sekunden andauern – nein! Die Natur-Promis von Wald und Wiese, Himmel und Erde bleiben ein ganzes Jahr lang im Fokus der Öffentlichkeit. Denn sie sind Baum des Jahres, Blume des Jahres, Schmetterling des Jahres und Vogel des Jahres 2016.

 

Der Stieglitz – ein kleiner, bunter Sing-Star

Richtig dick aufgetragen hat der kleine Piep-Matz zur Feier SEINES Jahres: die rote Maske rund um den Schnabel fällt auf und leuchtet schon aus der Ferne, fast so als habe er für seinen großen Auftritt als „Vogel des Jahres 2016“ – vom Naturschutzbund (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) auserkoren – eine Extraportion knallroten Lippenstift aufgetragen. Dabei gehört das rote Gefieder-Gesicht zum Alltags-Look des Singvogels.

 

Auch seine schwarz-gelben Flügel ziehen alle Blicke auf sich und stehen im deutlichen Kontrast zum Rest des Erscheinungsbildes: sein Bauch ist weiß, der Rücken zimtfarben, der Schwanz schwarz. Darf man alten Überlieferungen glauben, rief Gott eines Tages alle Vögel zusammen, um ihr Federkleid anzumalen. Als er beim Stieglitz angekommen war, fanden sich nur noch
einige, wenige Reste in den Farbtöpfen, so dass der kleine Sänger aus jedem Topf nur noch einen Farbtupfer erhielt …

 

Jana Schmidt von der Stiftung Naturschutz über Baum, Blume, Schmetterling und Vogel des Jahres 2016

 

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