Schleswig-Holstein drei 2017

Schleswig-Holstein drei 2017

Schleswig-Holstein drei 2017. Erschienen im Juli 2017.

 

Top-Themen der Ausgabe:

Besuchen Sie mit uns das Hansemuseum in Lübeck // Theaterfotografie heute: Olaf Struck // Mythos Hanse // Wendepunkt Neumünster: Hans Fallada //

 

Editorial

Kristof_Warda_Chefredakteur_Kulturzeitschrift_Schleswig-Holstein
Kristof Warda, Chefredakteur

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie würde Schleswig-Holstein wohl aussehen, wenn zum Beispiel der Nord-Ostsee-Kanal nicht der Eider, sondern eher der Schwentine folgen würde (diesen Plan gab es wirklich mal)? Oder: Wie wird Schleswig-Holstein aussehen, wenn die feste Belt-Querung Wirklichkeit wird?

Verkehrsrouten prägen Landschaft, aber auch Alltag und Leben – an ihren Start- und Zielorten ebenso wie an ihren Wegpunkten. Sehr viel besser zu erkennen als bei solchen hypothetischen Fällen ist das bei der Betrachtung realer Verkehrsrouten – wie zum Beispiel der ältesten Kunststraße des Landes – der 1833 eröffneten Chaussee von Altona nach Kiel. Heinrich Kautzky hat sich über Jahre mit der Geschichte der Straße beschäftigt. Ab Seite 26 stellen Bernadett Skala und er die Chaussee vor.

1866 – 33 Jahre später – wurde der Plöner Bahnhof eröffnet. Und zwar von der Altona-Kieler Eisenbahngesellschaft und auf der Strecke von Neumünster nach Neustadt in Holstein. Inzwischen liegt er an der Strecke Lübeck-Kiel und zeichnet sich durch ein innovatives Nutzungskonzept aus. Ab Seite 20 geht Johannes Warda der Entwicklung und Bedeutung von Bahnhöfen für ihre Orte auf den Grund und wirft auch einen Blick in die Zukunft. Dafür hat er mit Jochen Schulz von nah.sh gesprochen.

Ein ganz anderes Netz von Verkehrswegen hatte sehr viel früher die Hanse aufgebaut. Dabei ging es weniger um den Personenverkehr, sondern um den Transport von Waren. Zum Schutz ihrer Handelswege taten sich zuerst die Kaufleute selbst, später dann ihre Städte zusammen. Insbesondere seit dem 19. Jahrhundert, dem Jahrhundert der Nationenbildung, übt der mittelalterliche Städtebund eine große Faszination aus – seine Geschichte wurde auch mythisch verklärt und für verschiedene politische Zwecke instrumentalisiert. In unserer Serie „Mythen in Schleswig-Holstein“ – basierend auf den Vorträgen zum 1. Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte 2016 in Rendsburg, der sich diesem Thema widmete, beleuchtet Thomas Hill die „Hanse-Bilder“ vom 19. Jahrhundert bis heute.

Apropos Hanse: Am 8. Oktober 2017 fahren wir ins Europäische Hansemuseum nach Lübeck. In einer anschaulichen, aufregenden Ausstellung gibt es dort alles über die Geschichte der Hanse zu erfahren. Außerdem werden wir uns die Sonderausstellung „Geld. Macht. Glaube.“ anschauen, die sich mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der Reformation auseinandersetzt. Begleitet werden wir vom Kurator der Ausstellung, Tilman Bendikowski. Bei einem guten Essen im Museumsrestaurant werden wir auch Zeit für gemeinsame Gespräche haben. Ich lade Sie herzlich ein, mitzukommen. Alle Infos zu unserem Ausflug finden Sie auf Seite 10.

Und außerdem?

Der gelernte Ethnologe Welf-Gerrit Otto liest ein Märchen der Gebrüder Grimm. Heraus kommt ein äußerst lesenswerter Artikel über „Affenbrut und Jugendwahn“. Bei der Geschichte der Theaterfotografie, der wir seit einigen Ausgaben mit dem Theatermuseum Kiel e.V. nachgehen, sind wir nun in der Gegenwart angelangt: Volker Walzer stellt den Theaterfotografen Olaf Struck und seine Arbeit vor. Martin Lätzel spürt Hans Falladas Zeit in Schleswig-Holstein nach, Kulturministerin Karin Prien erläutert, wieso Kulturpolitik auch Gesellschaftspolitik ist und was das für ihre Arbeit bedeuten wird (S. 74).

Das alles und noch viel mehr in Ihrer neuen Schleswig-Holstein.

Viel Spaß beim Lesen und entdecken,

Ihr

Kristof Warda

 

 

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