Ein doppelter Wendepunkt: Der Deutsch-Dänische Krieg 1864

Der Deutsch-Dänische Krieg von 1864, den Preußen und Österreich gemeinsam gegen Dänemark führten, ist in doppelter Weise ein Wendepunkt. Für Schleswig-Holstein und Deutschland gilt er als der erste von drei Einigungskriegen: 1864 Preußen und Österreich gegen Dänemark, 1866 Preußen gegen Österreich und 1870/71 der Krieg gegen Frankreich, aus dem das deutsche Kaiserreich unter Preußens Führung hervorgegangen ist.

Den Schülern des Kaiserreichs war die Bedeutung des Krieges von 1864 und des Sturms preußischer Truppen auf die Düppeler Schanzen durch den Merksatz „Ohne Düppel kein Königgrätz, ohne Königgrätz kein Sedan, ohne Sedan kein deutsches Kaiserreich!“ in den preußischen Schulen eingepaukt worden.

Der Wendepunkt ind er Schleswig-Holsteinischen Geschichte: Deutsch-Dänische Krieg 1864
Der repräsentative Bau des nach 1867 in Schleswig eingerichtete Preußische Regierungspräsidiums stellte symbolisch ein Gegengewicht zum alten Machtzentrum Schloss Gottorf (Hintergrund) dar.

Nicht nur das Einpauken historischer Merksätze, auch das hier genannte Ereignis, der Sturm auf die Düppeler Schanzen, sind heutzutage weitgehend vergessen. Denn mit dem Untergang des Kaiserreichs in der Revolution von 1918 ist auch das Interesse an seinem Gründungsmythos und die Erinnerung an „Düppel 1864“ untergegangen. Das ändert nichts daran, dass es sich noch immer um einen Wendepunkt in der schleswig-holsteinischen Geschichte handelt.

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Frank Lubowitz

Historische Forschungsstelle Bund Deutscher Nordschleswiger

Dieser Artikel basiert auf einem Vortrag im Rahmen des 2. Tages der Schleswig-Holsteinischen Geschichte im Juni 2018 in Kiel. In zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte veröffentlichten wir das Themenheft “Wendepunkte in der Schleswig-Holsteinischen Geschichte”

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