Das Klosterbuch Schleswig-Holstein und Hamburg

Im Oktober 2019 erschien das “Klosterbuch Schleswig-Holstein und Hamburg. Klöster, Stifte und Konvente von den Anfängen bis zur Reformation“. Das zweibändige Werk umfasst 1.600 Seiten und über 1.000 zumeist farbige, teils unveröffentlichte Abbildungen. Herausgeber Oliver Auge und Katja Hillebrand stellen das neue Standardwerk vor.

Klosterbuch Schleswig-Holstein und Hamburg

Es war ein großangelegtes und interdisziplinäres Forschungsprojekt, die Aufgabenstellung ambitioniert: Die Geschichte, das kulturelle Wirken und das ökonomische Leben der knapp 60 mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Klöster, Stifte und Konvente zwischen Hamburg und Lügum in Süddänemark erfassen und dokumentieren. Das Ergebnis ist nun auf 1600 Seiten erschienen. Herausgeber Oliver Auge und Katja Hillebrand stellen das neue Standardwerk vor.

Das Forschungsprojekt

Der Publikation ging ein langjähriges, interdisziplinäres Forschungsprojekt voraus, das im Jahr 2007 seinen Anfang nahm. Die Aufgabenstellung lag darin, alle 58 Klöster, Stifte und Konvente aufzunehmen und ihre Geschichte, ihr theologisches und kulturelles wirken, aber auch ihr ökonomisches Leben anhand der erhaltenen schriftlichen Quellen und des überlieferten Denkmal- und Inventarbestands zu dokumentieren. Dabei erstreckte sich der Betrachtungszeit-raum weit über ein halbes Jahrhundert, von den ersten chronikalischen Nennungen von Klöstern und Stiften im 9. Jahrhundert bis zur Aufhebung der letzten Niederlassung, des Zisterzienserklosters Reinfeld, im Jahr 1582. Der regionale Rahmen umfasste neben Schleswig-Holstein und Hamburg (als ehemals holsteinische Landesstadt) auch die nördlichen Landesteile des ehemaligen Herzogtums Schleswig auf heute dänischem Staatsgebiet, so dass das Zisterzienserkloster in Løgum und der Konvent der Franziskaner in Tønder sowie die Niederlassungen der Dominikaner und Beginen in Haderslev und das Kollegiatstift ebendort gleichsam Aufnahme in den Band fanden.

Bis heute prägende landwirtschaftliche Struktur

Die umfangreichen Recherchearbeiten brachten eine Vielzahl an neuen Erkenntnis-sen zur Größe und Ausstattung der einzelnen Niederlassungen sowie zum Leben in den Konventen hervor. Die ausführliche Quellenanalyse zeigte vielfältige personelle und politische Verbindungen zu den Herrscherhäusern, dem Landadel und den städtischen

Eliten auf. Darüber hinaus wurde deutlich, dass die großen Landklöster wie Rude, an dessen Stelle heute das Schloss Glücksburg liegt, Preetz oder Reinfeld mit ihren großen Agrarflächen und Wirtschaftshöfen erstmals eine flächendeckende, landwirtschaftliche Erschließung durchführten, die in ihrer prägenden Struktur noch heute teilweise ablesbar ist. Bauhistorisch entstanden Kloster- und Stiftskirchen sowie Konventsanlagen, die erstmals neue Materialien wie den Backstein einsetzten und neue Baustile wie die Gotik ins Land brachten. Die hier wirkenden Bauhütten übertrugen schließlich das angewendete Formenrepertoire auf die Pfarrkirchen. Die Klöster und Stifte waren Auftraggeber künstlerisch hochwertiger und hochwertigster Gegenstände wie beispielsweise der großen hölzernen Altarretabel, die die Betrachter heute noch in Erstaunen und Ehrfurcht zugleich versetzen, sie nah-men aber auch durch ihre Arbeiten selbst im Skriptorium und durch Herstellung eigener Werkstücke an der kulturellen und künstlerischen Entwicklung teil. So beeinflussten sie mittelbar oder unmittelbar im großen Maße die regionalen, aber auch überregionalen Kulturzentren.

Der Aufbau des Klosterbuches

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Prof. Dr. Oliver Auge, Historiker und Leiter der Abteilung Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Dr. Katja Hillebrand, Bau- und Kunsthistorikerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung für Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

KLOSTERBUCH SCHLESWIG-HOLSTEIN UND HAMBURG. Klöster, Stifte und Konvente von den Anfängen bis zur Reformation, Schnell & Steiner Verlag Regensburg 1. Aufl. 2019, 2 Bände im Set, insg. 1.600 Seiten, 1088 Farb- und s/w-Abb., 21x 28 cm, Hardcover, fadengeheftet, ISBN 978-3-7954-2896-9 120,- Euro. Bestellbar beim Verlag

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