Die Probstei: Wege in die Moderne

In der letzten Ausgabe unserer Zeitschrift war an dieser Stelle von der mittelalterlichen Besiedelung
der Probstei und ihrer prägenden Beziehung zum Kloster Preetz die Rede. In der vorliegenden Ausgabe setzen wir unsere kurze Geschichte dieser ostholsteinischen Landschaft fort und berichten zusammenfassend von den hiesigen Ereignissen im 19. Jahrhundert.

 

Die Zeiten änderten sich – auch im östlichen Holstein. Der Einfluss des Preetzer Klosters schwand infolge der Reformation zunehmend. 1866/67 wurden die Herzogtümer
Schleswig und Holstein preußische Provinz, womit auch die preußische Justiz und Verwaltungsordnung in Kraft trat. Doch der eigentliche historische Umbruch für die Probsteier vollzog sich erst einige Jahre nach diesem Ereignis: Im Jahre 1873 wurden die Reallasten des Preetzer Klosters abgelöst. Die Probsteier Bauern wurden damit zu rechtmäßigen Eigentümern ihrer Höfe. Vieles veränderte sich in jenen Tagen, die man heute gemeinhin „die gute alte Zeit“ zu nennen pflegt und mit der man  irrtümlicherweise Dauerhaftigkeit und Verlässlichkeit der Lebensbedingungen verbindet.

 

Das war im fortschrittsgläubigen und gleichzeitig geschichtsbeflissenen 19. Jahrhundert nicht anders als heute. Landflucht, Urbanisierung, Industrialisierung und die damit verbundene Auflösung althergebrachter politischer, sozialer und ökonomischer Strukturen führten bei vielen Zeitgenossen dazu, dass sie sich dem Regionalen, Nahweltlichen zuwandten und es nicht selten idealisierten …

 

Welf-Gerrit Ottos zweiter Teil über die Geschichte der Probstei

 

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