Ein richtig dickes Fell – Huftiere im Stiftungsland kommen ohne Mantel und Stall durch Schnee und Eis

Er ist der junge, der spritzige, der energiegeladene Neue – der Januar. Er ist der mit dem hellen Gewand. Der, der das Jahr beginnt. Mal deckt er Schleswig-Holsteins Wiesen und Felder mit einer schützenden Schneeschicht zu. Mal verschließt er Seen und Teiche mit einer eisigen Pforte. Mal wirft er mit tanzenden Schneeflocken um sich und taucht die Landschaft in dieses edle Weiß. So zaubert er eine beruhigende Stille über das Land.

Die Natur holt Atem, ruht sich aus, zieht sich zurück – um Kraft zu tanken für das Frühjahr. Alles ist bedeckt und ruhig und zurückgezogen. Auch die Menschen halten inne. Wir ziehen uns in unsere Häuser und Wohnungen zurück, schlüpfen in die Kuschel-Klamotten und wärmen uns am Kamin oder der gut-duftenden, heißen Tasse Tee oder Kakao.

Einsame Schmuddelwedda-Fans

Beim Blick aus dem Fenster, hinaus auf die verlassenen Felder und Fluren, könnten wir meinen, es ist niemand mehr da. Wagen wir uns dann doch einmal raus zum Durchlüften, zum Durchatmen, zum Durchfrieren treffen wir hier und da in Schleswig-Holstein auf die beeindruckenden zotteligen Vierbeiner mit dem  unnachahmlichen, lockigen Fell und den braunen, treuen Knopfaugen oder wir begegnen ihren wilden Freunden mit der langen, dunklen Mähne.

Die Rede ist von Robust-Rindern, den Galloways und Highlands, und Wildpferden, den Exmoor-Ponys und den Koniks. Sie sind echte Draußen-Liebhaber oder neu-norddeutsch: echte Schmuddelwedda-Fans. Während wir unseren Wintermantel noch enger um die Hüften schlingen, die Mütze noch tiefer ins Gesicht ziehen, die behandschuhten Hände in den Manteltaschen vergraben, kauen sie gemächlich und ohne irgendeinen mimischen Ausdruck im Gesicht vor sich hin …

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Jana Schmidt,
Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein