Theodor Mommsen – als Dichter ein unbekannter Bekannter

Vielleicht war Theodor Mommsen der bedeutendste, auf jeden Fall aber ist er der unbekannteste der bekannten literarischen Nobelpreisträger aus Schleswig-Holstein. Mommsen war Jurist, Historiker, Schriftsteller, Dichter. Vor allem aber gehörte er zu einer Sorte Menschen, die heute so rar geworden sind und denen man eher mit Vorbehalten statt mit Respekt begegnet: Er war Universalgelehrter, Intellektueller, ein Mensch, der nie aufgab, der Visionen hatte und diese mutig verteidigte.

Das erste Drittel seines Lebens verbrachte er in Schleswig-Holstein. Geboren am 30. November 1817 in Garding auf Eiderstedt. Der Vater war Diakon an der Kirche. Anschließend, Mommsen ist dreieinhalb Jahre alt, zieht die Familie nach Oldesloe. Mit Garding verbindet den Berühmten der Geburtsort, mehr nicht. Er wird nie wieder nach Eiderstedt zurückkehren.

„Ich wäre ohne Zweifel nicht Gelehrter, wenn ich nicht als Schleswig-Holsteiner in der Lage mich befunden hätt, als königlichdänischer Untertahn ein Reisestipendium zu erlangen ….“

In Oldesloe übernimmt der Vater eine Pfarrstelle, unterrichtet Theodor und dessen jüngeren Bruder Tycho, der später als Lehrer in Husum wirken wird, zuhause. Für den Schulbesuch reicht das Geld nicht. In den dreißiger Jahren finden wir Mommsen in Altona, wo er endlich das Gymnasium besuchen und 1838 einen Abschluss machen kann. Mommsen ist lesehungrig, versucht mit spärlichem Gelde die gängigen Schriften seiner Zeit zu bekommen.

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Martin Lätzel

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