Dienstag, 6. Dezember 2022

Landunter – Wetter, Klima und viel Wasser

„Undenkliche Massen Bretter, Balken etc. trieben an unserem Haus vorbei, schliesslich in derart kompakten Massen, dass wir befürchten mussten, die schweren Bretter könnten unser Fachwerkhaus beschädigen […] Immer höher stieg das Wasser und immer stärker tobte der Nord-Ost-Sturm“.

So beschreibt Jörg Molsen aus seinen Erinnerungen die Geschehnisse vom 12. auf den 13. November 1872 in Flensburg. 150 Jahre ist dies nun her – als die Jahrtausendflut viele Städte und Gemeinden in der westlichen Ostseeregion heimsuchte. Viel wurde zerstört, Menschen starben oder verloren ihre Wohnstätten und jeglichen Besitz. Das traumatisierende Ereignis hinterließ Chaos und unzählige Aufräumarbeiten, führte aber auch zu einem vorher unbekannten Maß an Hilfsbereitschaft.

Eine Vorstellung darüber, wie stark betroffen Flensburg gewesen ist, geben die Gemälde des Künstlers Julius Gregersen.

Die Schiffbrücke steht unter Wasser, kein Land ist in Sicht. Und als das Wasser zurückweicht, ist der Boden übersät mit zertrümmertem Holzwerk, ein Schiff liegt auf Land. Beide Gemälde sind ab diesem November in der Sonderausstellung „Landunter – Klima, Wetter und ganz viel Wasser“ zu sehen. In Erinnerung an die Katastrophe zeigt die Ausstellung das Ausmaß der verheerenden Fluten an den westlichen Ostseeküsten und begibt sich auf naturwissenschaftliche Spurensuche, um zu klären, wie es dazu kommen konnte.

Doch der Blick geht nicht nur in die Vergangenheit. Gerade Küstenregionen sind durch den Klimawandel bedingten Anstieg der Meeresspiegel stark gefährdet. Wie schützen sich die Menschen heute vor Hochwassern und wie sollen sie sich in Zukunft schützen? Wie können wir gemeinsam verhindern, dass die Umwelt noch mehr Schäden nimmt und sich das Klima ungebremst weiter wandelt? In Zusammenarbeit mit verschiedenen grünen Initiativen Flensburgs möchte die Ausstellung den Besucher*innen Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, mit denen sie ihren eigenen ökologischen Fußabdruck verringern, den individuellen Handabdruck vergrößern und gemeinsam mit anderen aktiv an einer grüneren Zukunft arbeiten können. 

Das Schifffahrtsmuseum Flensburg

Das Flensburger Schifffahrtsmuseum ist das zentrale maritime Museum Flensburgs und der Region Sønderjylland- Schleswig und eines der führenden Schifffahrtsmuseen Norddeutschlands. 

In seinen Sammlungen, Ausstellungen, Forschungsarbeiten und Vermittlungsangeboten widmet es sich der maritimen Stadtgeschichte Flensburgs und zeigt dabei auf, wie Seefahrt, Schiffbau, Hafen und Handel von der Stadtgründung bis heute die Entwicklung der Fördestadt geprägt haben und weiterhin prägen. Ein Schwerpunkt dabei ist die Aufarbeitung und kritische Reflexion des kolonialen Erbes Flensburgs und des ehemaligen Herzogtums Schleswig. Hier kommt dem Schifffahrtsmuseum landespolitische Bedeutung zu. Das Ziel ist es, sowohl ein Ort der Identitätsbildung als auch eine Begegnungsstätte für den gesellschaftlichen Dialog zu sein. Das Schifffahrtsmuseum ist in der Trägerschaft des Stadt Flensburg und im Einklang mit der Flensburg-Strategie und den kulturellen Leitzielen der Stadt Flensburg.

Es hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Flensburger Seefahrts- und Handelsgeschichte Experten für jeden Menschen, jeder Altersgruppe anschaulich, zeitgemäß und mit allen Sinnen zu vermitteln. Gleichzeitig soll dadurch das allgemeine Verständnis für die Bedeutung der Seefahrt und die Prozesse der Globalisierung gefördert werden.

Adresse

Flensburger Schifffahrtsmuseum
Schiffbrücke 39
24939 Flensburg

Tel.: 0 461 – 85 29 70
Fax: 0 461 – 85 16 65
E-Mail: schifffahrtsmuseum@flensburg.de

Website: www.schifffahrtsmuseum-flensburg.de

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