Linde – Tilia

Insbesondere in der gemäßigten und subtropischen Zone findet sich die Pflanzengattung der Linden aus der Unterfamilie der Lindengewächse, die ihrerseits der Familie der Malvengewächse angehören. Zwanzig bis fünfundvierzig Arten zuzüglich einer Vielzahl zumeist natürlich entstandener Hybriden zählt die Gattung, deren winterkahle Vertreter vornehmlich in Zentral- und Ostasien beheimatet sind.

Bei uns in Mitteleuropa kommen im Wesentlichen nur zwei Lindenarten vor: die Sommerlinde (Tilia Platyphylles) und die Winterlinde (Tilia cordata). In ihrer Erscheinung ähneln beide Baumarten einander stark. Allerdings sind die Blätter der Sommerlinde beidseitig weich behaart, die der Winterlinde nur an den Oberseiten. Wechselständig und zweizeilig angeordnet sind die Laubblätter beider Arten. Sie weisen eine herzförmige, an den Rändern gezackte Gestalt auf. Die Borke ist von dunkler bis grauer Färbung und leicht gerippt. Linden können eine Wuchshöhe von mehr als dreißig Meter und einen Stammumfang von etwa zwei Meter erreichen. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel: Die Linner Linde im Schweizer Kanton Aargau hat beispielsweise einen Stammumfang von elf Metern. Und auch die sogenannte Gerichtslinde im schleswig-holsteinischen Bordesholm erfreut sich beträchtlicher Ausmaße.

Tausend Jahre und älter sind einige Baumexemplare. Um Mittsommer erscheinen die stark duftenden zwittrigen Blüten. Bei der Sommerlinde etwas früher, bei der Winterlinde etwas später. Die sich im Spätsommer ausbildenden Früchte sind bei der Sommerlinde deutlich gerippt, bei der Winterlinde eher kugelförmig. Lindenbäume bevorzugen tiefgründige und nährstoffreiche Böden, kommen aber auch mit mäßig saurem und steinigem Untergrund zurecht.

Mythos

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Welf-Gerrit Otto

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