Schleswig-Holstein zwei 2016

Schleswig-Holstein zwei 2016

Schleswig-Holstein zwei 2016. Erschienen im April 2016.

Top-Themen:

Die Dirks – Comic-Pioniere aus “Schleswick-Holstein” // Stabwechsel beim Kieler Theater am Werftpark: Norbert Aust, Astrid Großgasteiger und Alina Laura Tiews im Gespräch mit Rolf-Peter Carl // Sechsminütige Kulturausflüge. Unterwegs mit PeterTV, der kleinen aber feinen Kultursendung // Etwas faul im Staate Dänemark? Die politische Entwicklung im Nachbarland // Amerika der 1950er Jahre oder Eine Reise in die Zukunft // Noch solo? Frühling im Stiftungsland //

Migration als anthropologische Konstante

Kristof Warda
Kristof Warda

Liebe Leserin, lieber Leser,

zu Tausenden kamen sie über das Meer. Sie kamen in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Hunger, Perspektivlosigkeit, Verfolgung, politische Gründe trieben sie dazu, Heimat und Freunde zu verlassen und sich auf die ungewisse Fahrt über das große Wasser zu begeben. So manches übervolle Schiff sank mit Mann und Maus.

Diejenigen, die in den Herkunftsländern die teuren und gefährlichen Überfahrten organisierten, verdienten gut daran, und befeuerten die Nachfrage auch gern selbst durch romantisierte Geschichten über unbegrenzte Möglichkeiten in der „Neuen Welt“.

Allein zwischen 1821 und 1912 sollen rund 5,45 Millionen Menschen aus dem Gebiet des 1871 gegründeten Deutschen Reiches die One-Way-Reise nach Amerika auf sich genommen haben. 1883/84 machte sich auch das Heider Ehepaar Johannes Heinrich und Margaretha Dorothea Dirks mit ihren sieben Kindern auf den Weg. Einige Jahre später sollten ihre Söhne Rudolph und Gustav mit ihren Zeichnungen die New Yorker Zeitungsszene aufmischen und Pionierarbeit für die Entwicklung der Comic-Kunst leisten. Ab Seite 20 schildert Tim Eckhorst die Geschichte der Beiden in Wort und Bild.

Bei gleichzeitiger Integration spielen die Traditionen und Bräuche aus den Herkunftsländern auch für die nachfolgenden Generationen der Migranten eine wichtige Rolle. Seit 1957 zelebrieren Amerikaner mit deutschem Migrationshintergrund mit einem jährlichen Festzug die Bräuche und Traditionen ihres Herkunftslandes. Jörn Biel hat im September 2015 die New Yorker Steuben-Parade besucht und berichtet uns ab Seite 54 von seinen Eindrücken.

In der hiesigen, heutigen und zukünftigen Integrationsherausforderung sieht Bärbel Krauskopf, Bürgervorsteherin des Dorfes Zarnekau in Ostholstein, eine machbare Aufgabe für den ländlichen Raum und berichtet, wie erfüllend diese Herausforderung für eine Dorfgemeinschaft sein kann (S. 74).

Die „Neue Welt“ übte auch nach dem Zweiten Weltkrieg große aus. Der Blick über den Teich kam einem Blick in die Zukunft gleich. Welchen Eindruck Phänomene wie „Supermarkt“, „Großraumbüro“ und „Barbecue“ in den USA der 1950er Jahren bei Geschäftsreisenden aus Deutschland hinterließen, vollzieht Anke Scharrenberg anhand der Bestände der Eutiner Landesbibliothek nach (S. 50).

Die gebürtige Stuttgarterin Astrid Großgasteiger wird, aus Salzburg kommend, ab der nächsten Spielzeit die Schleswig-Holsteinische Theaterszene bereichern. Sie löst Norbert Aust am Kieler Theater im Werftpark ab, der nach mehr als 30 Jahren eines der wichtigsten deutschsprachigen Kinder- und Jugendtheater übergibt. Rolf-Peter Carl blickt auf die Entwicklung des Theaters zurück und spricht mit Vorgänger, Nachfolgerin und „Hausbiografin“ Alina Laura Tiews (S. 38).

Und außerdem?

Birthe Dierks ist unterwegs mit PeterTV, der kleinen aber feinen Kultursendung (S. 58), Welf-Gerrit Otto stellt uns den Baumeister der Probstei vor (S. 64) und Harro Hallmann wirft einen Blick auf die bedenkliche politische Entwicklung in Dänemark und Deutschland (S. 36).

Das alles und noch viel mehr in Ihrer neuen Schleswig-Holstein. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und Entdecken,

Ihr
Kristof Warda

 

 

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