Christian Peter Hansen: Der Begründer des Mythos Sylt

Christian Peter Hansen und Sylt, der Mythos der Insel, ihre Geschichte, ihre Wirkung. Das gehört einfach zusammen. Die Insel bewahrt ihm bis heute in der Keitumer Kirche ehrendes Andenken. Seine 76 Lebensjahre – er starb im Dezember 1879 – waren eng mit Sylt verbunden, er war Sammler, Schriftsteller und Maler. Was er über die Insel zusammentrug, hat einen fast unbeschreiblichen Quellenwert. Erst recht, nachdem durch den Brand des Westerländer Rathauses im Jahr 1950 wichtige Archivalien verloren gingen. Er führte Tagebuch und schrieb Urkunden ab. Das Schreiben und die Verbundenheit mit der Heimat waren Christian in die Wiege gelegt, verfasste doch schon sein Vater Jap Hansen Fachliteratur und gilt als Begründer der nordfriesischen Literatur.

Christian-Peter Hansen
Christian Peter Hansen. Gemälde von Carl Ludwig Jessen, 1887 Wikipedia

Hansen wirkte als Lehrer, Organist und Küster an der Keitumer Kirche. Der Arbeitsalltag war ausgefüllt, sein Interesse an der Geschichte und der Tradition seiner Heimat aber ungebrochen. Rund 15 Bücher schrieb er im Laufe seines Lebens, über Sylt, über die Friesen, ja, er verfasste natürlich auch eine Schulchronik. Seiner Feder verdanken wir die Geschichten wie jene von Pidder Lüng.

Allerdings: Christian Peter Hansen war ein akribischer Forscher, aber ebenso war er ein begabter Erzähler. Nicht alles, was im traditionellen Gewande einer Sage daherkommt, wurde ihm genauso berichtet. Vieles, so hat er selbst zugegeben, entsprang seiner blühenden Phantasie und hat zur Sylter Erzählung ebenso beigetragen, wie seine unzähligen Erkenntnisse und Funde. Zu dem, was, wie der Römer sagt, wenn es doch nicht wahr sei, so doch gut erfunden, gehört die Biike, ein ursprünglich heidnischer Brauch, der mittlerweile die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe gefunden hat. Dem ursprünglichen heidnischen Brauch, der zu Hansens Zeit in Keitum noch vereinzelt gepflegt wurde, um Vereinbarungen vor Beginn der Seefahrtssaison zu treffen, gab dieser erst die Deutung, man habe es mit großartigem Hokuspokus, mit Geisterbeschwörung und Opfergaben zu tun. Nun, das Ergebnis mag sich gleichwohl sehen lassen.

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Martin Lätzel

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