Winter 20/21

17 Beiträge

Editorial

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken unserer bisher umfangreichsten Ausgabe

Über die Kultur in Zeiten der Pandemie

Was hätte das Jahr 2020 für ein Kulturjahr in Schleswig-Holstein werden können? Die Vorzeichen waren positiv, die Jahresprogramme gedruckt und verteilt, Ausstellungen, Konzerte, Auf- und Vorführungen geplant und vorbereitet, Tickets ver- und gekauft – und dann kam das Virus, welches die Welt verändert hat.

Shoppst Du noch oder sammelst Du schon Müll?

Archäolog*innen werden ihre Freude haben, wenn sie in ein paar hundert Jahren die Überbleibsel unserer Zeit ausgraben. Bisher hat keine Gesellschaft jemals so viel Abfall und Reste produziert wie die globalen Wohlstandsgesellschaften.

Rechte Angriffe in Schleswig-Holstein

Das Zentrum für Betroffene rechter Angriffe (zebra) führt eine Statistik für Schleswig-Holstein. 2019 ist die Zahl der Menschen, die rechte Gewalt erfahren haben, um 61 % im Vergleich zum
Vorjahr gestiegen. Für 2020 geht zebra davon aus, dass sich die Situation nicht entspannt hat

Brennende Republik Deutschland

Am 18. Januar 2021 jährt sich der Brandanschlag in der Lübecker Hafenstraße zum 25. Mal. Die schwere Brandstiftung zu einer Zeit, als in der ganzen Republik Asylunterkünfte in Brand gesteckt wurden, ist bis heute ungenügend aufgeklärt, der Mord an zehn Menschen bis heute ungesühnt. Einseitige und von Pannen geprägte Ermittlungen werfen nach wie vor Fragen auf. Kristof Warda erinnert an die Geschehnisse im Januar 1996 und an die Geschichte rassistischer Gewalt in der alten und neuen Bundesrepublik

30 Jahre Wende, Einheit, Wiedervereinigung. 30 Jahre Neonazis aus Ostdeutschland?

„…aus dem Bewusstsein heraus, dass eine politische Auseinandersetzung mit Neonazis immer auch bedeuten muss, sich mit den von ihren Taten Betroffenen zu solidarisieren“, arbeitet seit 2001 die Beratungsinititative für Betroffene rechter Gewalt LOBBI in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Gespräch über 30 Jahre Wende, Einheit, Wiedervereinigung

Die Kartierung des Himmels an der Schwelle zur Neuzeit.

Weltbilder und Himmelskarten in der Eutiner Landesbibliothek. Die Frühe Neuzeit steht für die Fortschritte der Wissenschaften in Europa. Und sie gilt als „Zeitalter der Entdeckungen“: Europäische Expansion und überseeische Handelsbeziehungen nährten das Bestreben, die Welt als Gesamtheit zu erfassen. Atlanten und Karten wurden aufgrund neuer Möglichkeiten der Vermessung immer exakter. Weiße Flecken von „unentdeckten“ Gebieten verschwanden allmählich.

Auch der Himmel wurde neu vermessen und kartiert, die Erkenntnisse in Himmelsatlanten veröffentlicht. Gerade die Astronomie erbrachte Erkenntnisse, die die gesamte mittelalterliche Weltsicht ablöste. Astronomen wie Tycho Brahe, Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler, Galileo Galilei und Isaac Newton halfen, das Weltensystem neu zu verstehen.

1 164 Kilometer durch das 20. Jahrhundert. Die drei Jugendherbergen von Alfred Toepfer

1928 stiftete der Hamburger Kaufmann Alfred Toepfer 100 000 Reichsmark zum Bau von Jugendherbergen auf dem Knivsberg, in Thüringen und im Burgenland. Neue Archivrecherchen zur Bau- und Nutzungsgeschichte zeigen, wie sehr sich der Stifter neben den beteiligten Architekten und dem Maler A. Paul Weber selbst als Gestalter betätigte. Die drei Häuser markierten den Beginn von Toepfers umfangreicher Stiftungstätigkeit zur völkisch-nationalen Deutschtumsarbeit. Auch nach der Einweihung sollten sie ihn bis zu seinem Tod 1993 nicht mehr loslassen.