2026Mo29jun(jun 29)00:00Fr24jul(jul 24)00:00STADT-LAND-MOiNDie Moin-SagaRubrikKunstVeranstaltungsartAusstellungDiese Veranstaltung ist …kostenlosRegionFlensburg / Nordfriesland / Schleswig-Flensburg

Zeit

29. Juni 2026 00:00 - 24. Juli 2026 00:00(GMT+02:00)

Veranstaltungsort

Wunderkammer auf 5m² Ehem. W.D.R. Flaggenhäuschen Am Binnenhafen 25938 Wyk/Föhr Kontakt Andreas Petzold 0151 750 89 281 www.kunsteins.de/5m

Am Binnenhafen, Wyk 25938, Deutschland, Wyk, Deutschland, Wyk, Deutschland, Wyk, Deutschland

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Details

Im Norden der „Bunten Republik Deutschland“ begrüßen wir uns nämlich nicht mit einem einfachen „Hallo“ oder „Ei Gude“. Hier sagt man „Moin“. Dieser herzliche und kurze Gruß wird zu jeder Tages- und Nachtzeit gebraucht, was allerdings das ein oder andere Mal für Außenstehende für allgemeine Verwirrung sorgen kann. Also, nur zur Erklärung für alle Nicht-Wissenden: „Moin“ bedeutet nicht „Morgen“, sondern ist ein Ausdruck der norddeutschen Warmherzigkeit und Willkommenskultur. Auf Wiedersehn oder Tschüss kann auch durch „Moin“ ersetzt werden. Aktuell kommt der Gruß „Erstmal“ hinzu. So zumindest meine Erkenntnis. Hinsichtlich der Erklärung des Ursprunges gibt es wie in vielen gesellschaftlichen Bereichen auch viele Antworten. „Moin“ ist eine über 200 Jahre alte Grußformel aus dem Mittelniederdeutschen und Ostfriesischen. Populär wurde die Grußformel vor allem in Norddeutschland im Bereich der Hanse. Es wurde in Norddeutschland aus dem Plattdeutschen abgeleitet ist, nämlich vermutlich von „moie / moij dach“ – was so viel bedeutet wie „guten Tag“. Eine andere Theorie besagt, dass „Moin“ und „Moin Moin“ auch vom spanischen „mui“ kommen könnte.
Die Etymologie (Wissenschaft von der Herkunft, Geschichte und Bedeutung der Wörter des Wortes „Moin“ ist äußerst komplex und sehr vielschichtig, da es keine eindeutige und allgemein anerkannte Herkunftstheorie gibt. Es gibt allerdings mehrere plausible Erklärungsversuche, die dabei differenzierte Blickwinkel aus sprachlicher, kultureller und historischer Entwicklung einfließen lassen. „Moin“ ist also vielseitig und mehrschichtig einsetzbar und wird deshalb auch mit dem Synonym für „schön“ und „angenehm“ gleichgesetzt. Wenn man jemanden mit „Moin“ begrüßt, wünscht man ihm einen schönen, angenehmen Tag. Man verwendet es eher beiläufig, so als würde man jemandem im Vorbeigehen „Hallo“ oder, wie oben formuliert, „Ei Gude“ sagen. Also locker bleiben. Ein freundliches „Hallo“ tut es auch! Dennoch gibt es im Norden auch den Spruch: „Es heißt Moin! Moin Moin, ist schon Gesabbel!“ Seit den 1980er-Jahren ist „Moin“ fest im Duden verzeichnet. Ich verwende den Spruch gezielt wegen seiner klaren Setzung, Identifizierung und der Wiederkennung.
Dabei geht man davon aus, dass der Ausdruck ursprünglich eine freundliche Begrüßung für den Morgen oder den Tag war, die auf einen guten und positiven Verlauf verweist. Querverweise ins Niederländische „mooi“, das weitläufig mit „schön“ übersetzt werden könnte, sind ebenfalls vorhanden. „Moin“ hat sich im Laufe der Zeit deutlich zu einem Symbol für die norddeutsche Kultur entwickelt, das nicht nur Grußformel zu sein scheint.

Diese Theorien variieren in ihren Annahmen darüber, was eine eindeutige sprachliche Zuordnung erschwert. Die weitestgehende Theorie geht davon aus, dass „Moin“ aus dem plattdeutschen Sprachraum kommt, wo es Worte wie „moi“ oder „mōi“ gibt, die mit „gut“, „schön“ oder „angenehm“ sprachlich interpretiert werden. Man ist der Annahme, daß „Moin“ als eine Verkürzung von Ausdrücken wie „Moin Dag“ (Guten Tag) oder „Moin Morgen“ (Guten Morgen) verstanden werden kann. Es kann auch Haltung, Identität, Vertrautheit, Zusammenhalt und Unkompliziertheit gleichgesetzt werden, das im Besonderen im Norden den Charakter zu prägen scheint.

Das Projekt Stadt-Land-MOiN beschreibt in diesem Kontext ein offenes kulturelles System, in dem Typografie, Haltung, Identität, Nähe, Ferne, Humor, Wetter, Landschaft, Sozialraum, Rhythmus und vieles mehr erzählt wird. Für den einen ist es Sprache und Schrift mit mythologischer Bedeutung in einem. Für den anderen vielleicht sogar Kunst, die typografische Interventionen zulässt, partizipative Fluxus-Elemente integriert, serielle Wiederholung denkbar macht. Das kann zu kommunikativer Irritation sowie ortsbezogener Kommunikation führen und sprachspielerische Verdichtung, maritime Pop-Art und öffentliche Teilhabe ermöglichen. Kann! Wie in einer Saga eben! Oder, anders formuliert, ein kleines künstlerisches Betriebssystem für norddeutsche Gegenwartskultur, das für den einen funktioniert und für andere nur Probleme erzeugt! So ist das manchmal mit der Kunst!

Öffnungszeiten

24 Stunden

Bildnachweis

Atelier KUNSTEINS