2026So04okt11:0015:00„Weil wir Handschrift lieben, benutzen wir sie!“Rettet die Handschrift RubrikGesellschaft und Geschichte Veranstaltungsart(einmalige) Veranstaltung Diese Veranstaltung ist …kostenlos, zum mitmachen RegionFlensburg / Nordfriesland / Schleswig-Flensburg

Zeit

4. Oktober 2026 11:00 - 15:00(GMT+02:00)

Veranstaltungsort

Atelier Kunsteins

Strandstrasse 1000 25938 Nieblum

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Details

Was geht verloren, wenn wir nicht mehr mit der Hand schreiben? Und was bleibt, wenn die Hand plötzlich wieder schreibt? Daraus lässt sich ein kleines soziales Kunstexperiment in der Wunderkammer 5m² machen. Die Quellenlage ist tatsächlich interessant. Die Handschrift muss allerdings nicht „wissenschaftlich gerettet“ werden. Sie darf zur offenen Frage werden. Siehe: www.kunsteins.de/
Wie z.B.: Was ist die Bedeutung der Handschrift als Spur eines Menschen. Unterschrift, Brief, Notiz, Tagebuch, Manuskript – das Geschriebene ist nicht nur Information. Es kann auch im Digitalzeitalter zum analogen und materiellen Dokument einer Person werden. Und hier könnte das Ganze plötzlich über den 4. Oktober hinaus Bedeutung bekommen. Jeder darf ein kleines Schriftstück in der Wunderkammer 5m² hinterlassen. Nicht Namen, Adresse usw., sondern nur: Ein Wort. Oder: Einen Satz, den man nicht vergessen sollte. Vielleicht entsteht im Laufe des Tages ein Archiv: HANDSCHRIFTEN VON WYK AUF FÖHR – 04.10.2026 X Menschen = X Handschriften. Und dann haben wir ein kleines, völlig analoges Zeitdokument.
Und jetzt kommt für mich der eigentlich interessante Kunstgedanke von „Rettet die Handschrift“ als Frage. Aber vor was? Vielleicht vor der Tastatur? Vor dem Smartphone? Vor der Geschwindigkeit? Vor der eigenen Bequemlichkeit? Vor dem Vergessen? Ein möglicher zentraler Satz der Erkenntnis könnte sein: Die Handschrift ist vielleicht nicht vom Aussterben bedroht. Vielleicht wird sie nur selten. Oder noch besser: Vielleicht müssen wir die Handschrift gar nicht retten. Vielleicht müssen wir nur wieder anfangen, sie zu benutzen.
Unsere schönen Papiere und Schreibgeräte, die wir dabeihaben, sind keine Dekoration. Sie sind das Material des Experiments. Die Besucher erzeugen die Ausstellung in der Wunderkammer 5m² am 04.10.2026 daher selbst. Das ist eigentlich schon ein kleines Kunstwerk. Und der 4. Oktober könnte deshalb nicht einfach ein Aktionstag über Handschrift werden, sondern ein Versuch, Handschrift für vier Stunden wieder zu einem öffentlichen Ereignis zu machen. Wir informieren die Menschen nicht über den Verlust der Handschrift. Wir bringen sie für einen Moment dazu, selbst wieder zu schreiben. Und erst danach beginnt vielleicht das Nachdenken: Warum hat sich das gerade anders angefühlt? Wann habe ich eigentlich zuletzt so geschrieben? Warum sieht meine Handschrift so aus? Was ist von mir in diesen wenigen Zeilen? Und vielleicht braucht das Projekt deshalb am 4. Oktober am Ende tatsächlich nicht mehr als einen Tisch, zwei Stühle, gutes Papier, gute Schreibgeräte und einen Satz als Einladung.

Den Rest wissenschaftlicher Erkenntnis und Erfahrung sowie Fotos werden unter veröffentlicht. www.kunsteins.d/rdh

Öffnungszeiten

11.00 bis 15.00